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Nordkorea: Pjöngjang lässt Ultimatum zu Industriepark verstreichen ++ Italien: Berlusconi: Rom muss EU-Sparkurs die Stirn bieten ++ Großbritannien: Zeitungen lehnen geplanten Pressekodex ab

Pjöngjang lässt Ultimatum zu Industriepark verstreichen

Der Streit zwischen Süd- und Nordkorea über die Zukunft ihres letzten gemeinsamen Großprojekts spitzt sich zu. Südkoreas Vereinigungsminister Ryoo Kihl-jae kündigte an, alle 175 noch verbliebenen Landsleute im stillgelegten Industriepark im nordkoreanischen Kaesong zurückzuholen. Pjöngjang hatte kurz zuvor einen von einem Ultimatum begleiteten Vorschlag des Südens zur Aufnahme von Gesprächen über die grenznahe Sonderwirtschaftszone abgelehnt. Der Schritt sei zum Schutz der betroffenen Südkoreaner unvermeidbar, sagte Ryoo. Es sei unter anderem nicht zu rechtfertigen, dass Nordkorea die Lieferung von Proviant in den Kaesong-Komplex blockiere.

Berlusconi: Rom muss EU-Sparkurs die Stirn bieten

Die künftige italienische Regierung muss nach Ansicht des einstigen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi Europa bei der Sparpolitik stärker die Stirn bieten. Die Obergrenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung für das Staatsdefizit und der Fiskalpakt seien zwar „richtig“, sagte der 76-Jährige der Zeitung „Corriere della Sera“. „Aber nicht, wenn man sich bereits in der Rezession befindet.“ Mit Blick auf die derzeitigen Bemühungen um eine Regierungsbildung im krisengeplagten Italien sagte Berlusconi, dass er gerne das Amt des neuen Finanzministers übernehmen würde.

Zeitungen lehnen geplanten Pressekodex ab

Die Verlage der großen britischen Zeitungen wie „Daily Telegraph“, „The Sun“, „Daily Mirror“ und „Times“ haben den Mitte März von Regierung und Opposition vorgeschlagenen Pressekodex zurückgewiesen. Im Gegensatz zum Kodex sieht eine alternative Charta nicht vor, dass die Blätter von einem Aufsichtsrat zu vorformulierten Entschuldigungen gezwungen werden können. Außerdem sollen in dem Gremium Vertreter ihrer Branche sitzen und der Einfluss des Parlaments ausgeschlossen werden. Hintergrund des Streits ist ein 2011 aufgedeckter Abhörskandal um „News of the World“.