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Stimmen der Anderen

Die Täter von Boston sind keine mutigen Helden, sondern feige Mörder, die ein großes Sportfest in einem Blutbad enden ließen. Präsident Obama hat jetzt mehrfach für eine aufgewühlte Nation tröstende Worte finden müssen, zuletzt nach dem Massaker an einer Grundschule. Er wird es wieder tun müssen, in der Erwartung seiner Landsleute, dass die Behörden den oder die Täter schnell finden.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 haben die Amerikaner ein machtvolles Netzwerk von Institutionen aufgebaut, um derartige Attacken zu verhindern. Und tatsächlich ist es bis Boston auch gelungen, sehr viele Terrorpläne zu vereiteln. Dass diese Serie nicht ewig halten würde, war klar. Die offene Gesellschaft wird wohl noch einige Jahrzehnte damit leben müssen, dass sie von totalitären Kräften bedroht wird. Dagegen hilft nur eine Mischung aus Wachsamkeit und Gelassenheit.

Wir wissen nicht, wie wir richtig auf diesen Terror reagieren, geschweige denn, was wir tun könnten, ihn zu verhindern. Wir ahnen, dass solche Anschläge – seien es die eines oder mehrerer einfach Verrückter oder religiöser oder politischer Fanatiker – in einer großen, komplexen Gesellschaft dazu gehören. Wir weigern uns, dieser Ahnung nachzugeben. Wir suchen nach Gründen in der Hoffnung, so täten sich Wege auf, solche Taten für die Zukunft auszuschließen.