Anschlag in Boston

FBI: „Wir gehen bis ans Ende der Welt“

Nach den Explosionen beim Marathonlauf in Boston haben die Ermittler nur zwei Bomben gefunden.

Anders als von Medien berichtet, habe es keine weiteren nicht detonierten Sprengsätze gegeben, sagte der Gouverneur des US-Bundesstaats Massachusetts, Deval Patrick, bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Verdächtige Pakete, die als Vorsichtsmaßnahme zerstört worden waren, enthielten demnach keinen Sprengstoff.

Der Zielbereich des Bostoner Marathonlaufs war am Montag von zwei Detonationen erschüttert worden. Polizeichef Ed Davis gab die aktuelle Opferzahl am Dienstag mit drei Toten und 176 Verletzten an. Unter den Verletzten seien 17 in „kritischem Zustand“, sagte er. Das Alter der Opfer liege zwischen zwei und 71 Jahren. Davis erklärte, dass noch niemand im Zusammenhang mit dem Anschlag festgenommen worden sei. Die Bundespolizei FBI gab erneut keine Einzelheiten zu den Ermittlungen bekannt. „Unsere Mission ist klar: diejenigen zur Rechenschaft ziehen, die für die Bomben beim Marathon verantwortlich sind“, sagte der leitende FBI-Agent Rick DesLauriers. Die Ermittlungen würden sich derzeit auf „verschiedene Orte“ in Boston und Umgebung erstrecken. „Wir gehen einer Vielzahl von Hinweisen nach“, sagte DesLauriers. „Dies könnte einige Zeit dauern.“

Das FBI stellt sich den Angaben zufolge auch auf einen weltweiten Einsatz ein. „Wir werden bis ans Ende der Welt gehen, um den Verdächtigen oder die Verdächtigen zu identifizieren, die für diese abscheuliche Straftat verantwortlich sind“, sagte DesLauriers. Seinen Angaben zufolge hatten die Behörden im Vorfeld des Marathons keinerlei Hinweise auf eine Bedrohung. Zugleich betonte er, dass für Boston aktuell keine unmittelbare Gefahr von weiteren Anschlägen bestehe.

Ärzte bestätigten am Dienstag, dass die Bomben mit Metallsplittern versehen waren. Vielen Verwundeten seien „kleine metallische Fragmente“ wie Nägel und Kugeln aus dem Körper operiert worden, sagte Chefchirurg George Velmahos vom Massachusetts General Hospital bei einer Pressekonferenz. „Viele von ihnen haben schwere Verwundungen, meistens im unteren Teil ihres Körpers.“ Mehreren Patienten hätten die Beine amputiert werden müssen.