Wahlen

Leiharbeitsfirma will SPD-Slogan verhindern

Wegen ihres Wahlkampf-Slogans „Das Wir entscheidet“ droht der SPD und ihrem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück Ärger mit einer Leiharbeitsfirma aus Baden-Württemberg, die denselben Slogan nutzt.

Für sein Unternehmen sei es ein Nachteil, mit der SPD in Verbindung gebracht zu werden, sagte der Chef von Propartner, Christophe Cren, am Donnerstag in Weil am Rhein. Er änderte damit frühere Aussagen. Der „Bild“-Zeitung hatte er erklärt, im Streit über den Slogan nicht gegen die SPD vorgehen zu wollen. Nach der Berichterstattung in den Medien prüfe das Unternehmen nun aber, wie es sich wehren könne.

Als Grund nannte er die ablehnende Haltung Steinbrücks zum Thema Zeitarbeit. Zudem habe sein Unternehmen den Slogan, den die SPD im Bundestagswahlkampf verwende, bereits 2007 entwickelt und nutze ihn seither. „Wir lassen den Sachverhalt derzeit prüfen“, sagte Cren. „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Unterdessen macht SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier seiner Partei Mut. Die SPD und ihr Kanzlerkandidat Peer Steinbrück werden ihr Umfragetief bis zur Bundestagswahl nach Einschätzung von Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier überwinden, sagte Steinmeier am Donnerstag in Düsseldorf vor einer Fraktionsvorsitzenden-Konferenz. „Da wird sich noch viel verschieben“, so Steinmeier. Der Wahlkampf habe noch gar nicht richtig begonnen. An Steinbrück werde SPD-intern nicht gezweifelt oder gerüttelt.

Nach der jüngsten Forsa-Umfrage würden sich bei einer Direktwahl 57Prozent der Deutschen für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) entscheiden, aber nur 19 für ihren Herausforderer. Die SPD ist um einen Punkt auf 23 Prozent gesunken, Union und FDP wird dagegen eine gemeinsame Mehrheit der Sitze im nächsten Bundestag voraussagt. Steinmeier betonte, die Menschen wollten nach fünf Krisenjahren in Europa und einem weiteren Auseinanderdriften von Arm und Reich vor allem, „dass es wieder fairer zugeht“. Die SPD stehe seit 150 Jahren für soziale Gerechtigkeit und werde dieses Thema auch in den Mittelpunkt des Wahlkampfes stellen.