Militäreinsatz

Behörden: Kinder bei Luftangriff der Nato in Afghanistan getötet

Bei einem Luftangriff der Nato in Afghanistan sind nach Angaben einer Provinzregierung elf Kinder und eine Frau getötet worden.

Ein Sprecher der Regierung von Kunar sagte am Sonntag, ihre Häuser seien bei einem Einsatz am Vortag im Bezirk Schigal getroffen worden. Ein Journalist der Agentur Reuters sah die Leichen von elf Kindern, die aufgebrachte Eltern zum Büro des Bezirkschefs Mohammed Sahir Safai brachten. Eine Frauenleiche war nicht zu sehen. Ein Nato-Sprecher erklärte, man gehe den Berichten über getötete Zivilisten nach. Während des Einsatzes sei die Schutztruppe Isaf um Luftunterstützung gebeten worden.

In einer Erklärung des afghanischen Innenministeriums hieß es, bei den Kämpfen an der Grenze zu Pakistan seien sechs Aufständische getötet worden, darunter zwei hochrangige Mitglieder der radikal-islamischen Taliban. Getötete Zivilisten wurden nicht erwähnt. Der Luftangriff sei erfolgt, nachdem Nato-Truppen und afghanische Soldaten in einem Dorf in der Provinz Kunar unter Beschuss geraten seien. Die Aufständischen hätten sich von Freitagabend bis Sonnabendmorgen ein heftiges Feuergefecht mit den Nato-Truppen und afghanischen Sicherheitskräften geliefert, sagte Wasifi weiter. Das Haus, in dem sich ein Taliban-Kämpfer versteckt haben soll, sei später bombardiert worden. Ein Isaf-Sprecher bestätigte die Luftunterstützung, wiederum aber nicht den Tod von Zivilisten.

Zwischen der afghanischen Regierung und ihren westlichen Verbündeten kommt es immer wieder zu Spannungen wegen getöteter Zivilisten. Präsident Hamid Karsai hat den afghanischen Soldaten verboten, Luftunterstützung anzufordern. Die Nato weist ihrerseits ihre Piloten an, in bewohnten Gebieten keine Bomben abzuwerfen.