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China will per Gesetz gegen Internetsucht im Land vorgehen

China geht gegen übermäßige Internetnutzung im Land vor.

15 Behörden sollen einen Plan entwickeln, um dem Trend zu begegnen, wie die Zeitung „China Daily“ berichtete. Bis Ende des Jahres soll eine Definition stehen, was Internetsucht überhaupt ist. Und in den kommenden drei Jahren sollen Regeln gegen die Sucht entwickelt werden. Mit den Plänen prescht China auch international nach vorne. Denn Experten weltweit streiten schon lange über eine Definition. Es ist umstritten, ob und wann überhaupt von einer Sucht gesprochen werden kann.

Laut einer Regierungsstatistik aus diesem Jahr nutzen geschätzte 560 Millionen Chinesen das Internet. Mehr als 60Prozent von ihnen spielen regelmäßig online. Eine Stunde in einem Pekinger Internetcafé kostet umgerechnet weniger als 50 Cent. Das durchschnittliche Monatseinkommen in der Stadt wurde zuletzt für 2011 in einer offiziellen Statistik mit knapp 600 Euro beziffert.

Immer wieder kursieren Geschichten über Internetsüchtige. Zuletzt erregten Berichte über einen jungen Mann Aufsehen, der bis zu sechs Jahre in einem Internetcafé verbracht haben soll. „Sein Fall ist besonders ernst, aber das Verhalten ist typisch für Abhängige“, sagt Psychologieprofessor Ding Jianlue von der Jilin-Universität. Junge Erwachsene suchten nach ihrem Abschluss vergeblich nach einer Stelle. Dann sei das Internet ein Weg, vor dem Frust und der Verantwortung zu fliehen. Professor Pi Yijun sagt, die lange Zeit in der Schule produziere viel Stress. „Aber die Gesellschaft gibt keine Zeit und keinen Raum, um den Stress abzubauen. Daher verschwinden etwa die Jugendlichen einfach in Internetcafés.“ Pi unterrichtet an der Pekinger Universität für Politikwissenschaft und Recht und ist Mitglied im chinesischen Komitee zum Schutz von Minderjährigen.