Terror

Inhaftierter PKK-Chef Abdullah Öcalan ruft Waffenruhe aus

Der inhaftierte kurdische Rebellenführer Abdullah Öcalan hat zu einer Waffenruhe aufgerufen.

„Wir haben den Punkt erreicht, wo die Waffen schweigen und die Ideen sprechen müssen“, sagte Öcalan laut einer von kurdischen Abgeordneten verlesenen Mitteilung. „Eine Tür ist geöffnet, die vom bewaffneten Kampf zu einem demokratischen Kampf führt“, sagte Öcalan demnach.

Es sei nun eine Phase erreicht, in der sich die bewaffneten Teile seiner Bewegung „hinter die Grenze“ zurückziehen müssten. „Wir haben Jahrzehnte für das kurdische Volk geopfert und haben einen hohen Preis bezahlt“, sagte Öcalan. Das sei nicht umsonst gewesen, denn die Kurden hätten ihre eigene Identität dabei gefunden. Der Kurdenführer kündigte nun aber eine neue Ära an, in der ein politischer Kampf ausgetragen werde. Einen Zeitplan für den Rückzug der schätzungsweise 4000 kurdischen Kämpfer kündigte Öcalan nicht an. Der seit 14 Jahren inhaftierte Öcalan verhandelt seit Dezember mit der türkischen Regierung, um den Konflikt zu beenden, der seit 1984 Zehntausende Menschen das Leben gekostet hat. Als Teil der Friedensbemühungen hatten die kurdischen Rebellen kürzlich acht türkische Geiseln freigelassen.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan begrüßte den Friedensaufruf von Öcalan als „sehr positiv“. „Das Wichtigste ist, wie er umgesetzt und ausgeführt werden kann“, sagte Erdogan. „Sobald das geschieht, wird sich die Stimmung in der Türkei und der Region verändern. Davon bin ich überzeugt.“