Grüne

Claudia Roth blamiert sich auf Facebook

Die Parteivorsitzende der Grünen, Claudia Roth, hat sich durch ein zumindest unüberlegtes Posting bei Facebook scharfe Kritik eingehandelt.

Zum zweiten Jahrestag des schweren Tsunamis in Japan führte sie die im März 2011 beklagten 16.000 Todesopfer auf die „Atomkatastrophe“ in den Reaktoren von Fukushima zurück.

Unumstrittene Tatsache ist jedoch, dass die Menschen ausschließlich durch das Seebeben und die folgende Flutwelle zu Tode kamen. Von Strahlentoten infolge der Kernschmelze ist bisher nichts bekannt. Insgesamt fünf Arbeiter starben bei dem Versuch, den GAU in Grenzen zu halten, oder bei Aufräumarbeiten – alle fünf allerdings an „konventionellen“, strahlungsunabhängigen Todesursachen. Später folgte bei Facebook eine Entschuldigung, indes nicht von Roth selbst, sondern vom „Team Roth“. Eine Stellungnahme der Parteichefin sei nicht geplant, sagte ein Sprecher der Berliner Morgenpost.

Der Eintrag von Roth beginnt mit den Worten: „Heute vor zwei Jahren ereignete sich die verheerende Atomkatastrophe von Fukushima, die nach Tschernobyl ein weiteres Mal eine ganze Region und mit ihr die ganze Welt in den atomaren Abgrund blicken ließ. Insgesamt starben bei der Katastrophe in Japan 16.000 Menschen, mehr als 2700 gelten noch als vermisst.“ Hunderttausende müssten heute fernab der verstrahlten Heimat leben.

Weder das Seebeben noch der Tsunami werden in dem Posting auch nur mit einem Wort erwähnt. Stattdessen fährt Roth fort: „Unsere Gedanken sind heute bei den Opfern und ihren Familien. Die Katastrophe von Fukushima hat uns einmal mehr gezeigt, wie unkontrollierbar und tödlich die Hochrisikotechnologie Atom ist.“ Nach ihrem Facebook-Eintrag am Montag liefen allein bis Dienstagnachmittag rund 1500 Kommentare ein, fast ausschließlich in kritischem Tonfall. Insbesondere Zynismus, Pietätlosigkeit und die Funktionalisierung von 16.000 Toten für die eigenen politischen Ziele warf man ihr vor.