Anschlag

Extremisten in Nigeria töten entführte Geiseln

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In Nigeria sind sieben Ausländer knapp einen Monat nach ihrer Entführung durch Islamisten getötet worden.

Die Außenministerien in Rom und Athen bestätigten am Sonntag den Tod der Geiseln.

Die Ausländer – ein Italiener, ein Grieche, ein Brite sowie Libanesen und Syrer – waren im Norden Nigerias entführt worden. Das Außenministerium in Rom sprach von „einem grausamen terroristischen Akt“, den das Ministerium „aufs Schärfste verurteilt und für den es keine Erklärung gibt“. Staatschef Giorgio Napolitano und Ministerpräsident Mario Monti sprachen den Familien der Opfer ihr Mitgefühl aus. Monti kündigte zudem entschlossene Gegenmaßnahmen an. Es handele sich um eine barbarische und feige Tat gegen wehrlose Zivilisten. Die italienische Regierung tue alles dafür, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden.

Nach griechischen Angaben arbeiteten die Ausländer für eine libanesische Firma in Bauchi in Nordnigeria. Zu der Entführung habe sich eine islamische Terroristengruppe namens Ansaru bekannt. Es habe weder Kontakt zu den Entführern noch irgendwelche Forderungen gegeben. Außenminister Dimitris Avramopoulos habe der Mutter des getöteten Griechen gegenüber die Trauer und den Beistand des Staates zum Ausdruck gebracht, teilte das Ministerium mit. Athen dementierte Presseberichte, wonach es eine Befreiungsaktion gegeben habe. Auch das italienische Außenministerium bestritt dies.

Die Extremisten bezeichneten die Tötung der Bauarbeiter als Vergeltung für die Tötung von Muslimen bei einer versuchten Geiselbefreiung durch britische und nigerianische Soldaten. Dies wurde vom italienischen Außenministerium als falsch zurückgewiesen – es habe keine militärische Intervention zur Befreiung der Geiseln gegeben, hieß es in Rom. Der britische Außenminister William Hague sprach von einem „kaltblütigen Mord“. Im islamisch dominierten Norden von Nigeria kämpft seit eineinhalb Jahren die islamistische Gruppe Boko Haram gegen Einrichtungen der Regierung. Ansaru ist eine im Januar 2012 gegründete Splittergruppe. Boko Haram hält zur Stunde noch eine siebenköpfige französische Familie gefangen, die Ende Februar in Kamerun entführt wurde.

( dpa/AP )