Personalien

Rösler mit klarer Mehrheit als FDP-Chef bestätigt

Mit der klaren Wiederwahl ihres Vorsitzenden Philipp Rösler hat der FDP-Parteitag nach monatelangen Personalquerelen ein Zeichen der Geschlossenheit gesetzt. Die Delegierten bestätigten Rösler am Sonnabend in Berlin mit 85,7 Prozent der Stimmen für weitere zwei Jahre als Parteivorsitzender. Bei der Wahl der Stellvertreter unterlag Baden-Württembergs Landeschefin Birgit Homburger knapp dem Sachsen Holger Zastrow.

Rösler wertete seine deutliche Wiederwahl als gelungenen Auftakt für den bevorstehenden Wahlkampf. „Ich habe ein gutes Gefühl für den anstehenden Bundestagswahlkampf“, sagte er. „Auf geht’s, vielen Dank.“ Bei seiner ersten Wahl als FDP-Chef hatte Rösler vor zwei Jahren allerdings mit 95 Prozent ein besseres Ergebnis erzielt.

Zu Röslers Stellvertretern wählten die Delegierten den nordrhein-westfälischen Landeschef Christian Lindner mit 77,8 Prozent der Stimmen, Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger mit 83,7 Prozent und den sächsischen Landeschef Zastrow mit 49,9 Prozent. Für die drei Posten hatte es vier Kandidaten gegeben. Homburger erhielt in einer Kampfkandidatur gegen Zastrow nur 45,6 Prozent der Stimmen und verlor ihr Amt als Parteivize.

Delegierten strafen Niebel ab

Bei der Wahl zum Präsidium straften die Delegierten erwartungsgemäß Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel für seine offene Kritik an der Parteiführung ab. Mit nur 25,3 Prozent der Stimmen schied er aus dem Präsidium aus. An seiner Stelle rückt Schleswig-Holsteins Fraktionschef Wolfgang Kubicki nach. Dieser setzte sich mit 63,7 Prozent überraschend deutlich gegen Gesundheitsminister Daniel Bahr durch, der auf 33,3 Prozent kam.

Bahr trägt sein Scheitern beim Rennen um einen Platz in der FDP-Spitze mit Fassung: „Ich nehm’s sportlich. Gratulation an Wolfgang Kubicki.“ Niebel sagte: „Ich bin froh, dass ich kandidiert habe. Ich habe mich nicht weggeduckt“, so der ehemalige Generalsekretär weiter. „Ich kann erhobenen Hauptes stehen.“ Niebel fügte hinzu: „Damit ist das lustige Ministerversenken beendet.“