Krise

Blauhelmsoldaten weiter gefangen

Syrische Opposition soll mit Aufständischen die Freilassung verhandeln

Die Geiselkrise in Syrien wird zu einem Test dafür, wie viel Einfluss die syrische Opposition auf die bewaffneten Aufständischen hat. Ein Sprecher der Nationalen Syrischen Koalition in Istanbul sagte am Freitag, das Oppositionsbündnis habe eine Delegation nach Jordanien geschickt, um dort mit Kommandeuren der Freien Syrischen Armee (FSA) über die Freilassung der 21 philippinischen UN-Soldaten zu sprechen.

Der Sprecher lehnte es jedoch ab, die Gefangennahme der Blauhelme zu verurteilen. Stattdessen sagte er, diese würden „wie Gäste behandelt“. Außerdem hätten die Rebellen „Beweise“ dafür, dass die UN-Soldaten den Regierungstruppen geholfen hätten, wenn auch offensichtlich nicht militärisch.

Ein erster Anlauf für eine Freilassung war am Freitagmorgen gescheitert. Wie der Außenamtssprecher Raul Hernandez in Manila sagte, wurde die Freilassung am frühen Freitagmorgen erwartet, es sei aber nichts geschehen.

Der Sprecher der philippinischen Armee, Arnulfo Burgos, hatte zuvor erklärt, die Blauhelmsoldaten sollten Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz übergeben werden, die sie aus der Region in sicheres Gebiet bringen sollen. „Die Rebellen wollen, dass das Rote Kreuz sie (die Blauhelme) übernimmt und begleitet“, sagte Burgos. In einer Video-Botschaft hatten die Entführer außerdem den Abzug der Regierungstruppen aus dem Jarmuk-Tal gefordert. Rebellen hatten die Soldaten am Mittwoch in der syrischen Provinz Daraa unweit der von Israel besetzten Golanhöhen verschleppt. Sie gehören der Undof-Mission an, die in einer Sperrzone eine syrisch-israelische Waffenruhe auf den Golanhöhen überwacht. etliche syrische Revolutionäre hatten die für die Entführung verantwortliche Märtyrer-von-Jarmuk-Brigade deswegen schon am Donnerstag scharf kritisiert.

Acht andere UN-Blauhelme setzten sich wegen der Kämpfe in Syrien nach Israel ab. Angesichts der Gefechte zwischen regulären syrischen Truppen und Rebellen um den Ort Dschamla hätten die Soldaten um ihr Leben gefürchtet, berichtete die israelische Zeitung „Ha’aretz“ am Freitag. Sie dienten in der selben Einheit wie die 21 Philippiner, die am Mittwoch von Rebellen als Geiseln genommen worden waren. Eine Sprecherin des israelischen Militärs bestätigte, dass die acht Soldaten in Israel seien.