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Abschied von einem umstrittenen Politiker

Venezuela Seine Anhänger in Venezuela sind geschockt, Lateinamerikas Linke trauert um ihre Symbolfigur: Der Tod des venezolanischen Staatschefs Hugo Chávez löste in vielen Ländern Bestürzung aus. Zugleich wurde die Hoffnung laut, dass in Venezuela nun ein Wandel einsetzt.

USA US-Präsident Barack Obama, den Chávez stets heftig kritisiert hatte, signalisierte das Interesse der USA an konstruktiven Beziehungen zu Caracas: „Während Venezuela ein neues Kapitel in seiner Geschichte beginnt, engagieren sich die Vereinigten Staaten weiter für eine Politik, die demokratische Prinzipien, Rechtsgrundsätze und den Respekt für Menschenrechte unterstützt.“

China Die Führung Chinas, das Milliardenbeträge in die Ölindustrie Venezuelas und andere Projekte investiert, beschrieb Chávez als „hervorragenden Staatschef“ und „guten Freund“. Parteichef Xi Jinping und Staatspräsident Hu Jintao drückten ihr tiefstes Mitgefühl aus.

Russland Kreml-Chef Wladimir Putin würdigte Chávez als „herausragenden Anführer“. „Er war ein außerordentlicher und starker Mensch, der in die Zukunft blickte und sich selbst stets die höchsten Maßstäbe auferlegte.“ Moskau und Caracas sind enge Partner, Venezuela ein wichtiger Käufer russischer Waffen.

Iran Präsident Mahmud Ahmadinedschad nannte Chávez ein „Symbol des Widerstands gegen den Imperialismus“. Für die venezolanische Nation sei Chávez zum Märtyrer geworden. „Der Geist einer großen Persönlichkeit, die immer für Freiheit und Gerechtigkeit gefochten hat, ist nun im Himmel. Die Welt betrauert den Tod eines mutigen, weisen und revolutionären Führers.“ Teheran rief einen landesweiten Trauertag aus.

Kuba Für Revolutionsführer Fidel Castro ist Chávez wie ein „echter Sohn“ gewesen, für Staatschef Raúl Castro ein „herzlicher Freund“. „Chávez ist auch Kubaner“, erklärte die Regierung. „Er fühlte wie an seinem eigenen Körper unsere Schwierigkeiten und Probleme und tat mit außergewöhnlicher Großzügigkeit sein Bestes, vor allem in den schwierigsten Jahren dieser besonderen Zeit.“ Havanna rief eine zweitägige Staatstrauer aus.

Ecuador Präsident Rafael Correa sagte: „Chávez war ein Revolutionär und inspirierte Millionen durch sein Beispiel.“

Bolivien Präsident Evo Morales: „Wir fühlen, dass Hugo Chávez lebendiger ist denn je. Chávez bleibt die Inspiration für die Völker, die für ihre Befreiung kämpfen.“

Deutschland Außenminister Guido Westerwelle: „Ich setze darauf, dass Venezuela nach Tagen der Trauer den Aufbruch in eine neue Zeit schafft. Venezuela hat ein großes Potenzial, und Demokratie und Freiheit sind der richtige Weg, um dieses Potenzial zu verwirklichen.“