Außenpolitik

Syrien übergibt deutschen Reporter an russischen Botschafter

Ein in Syrien verschleppter deutscher Journalist ist wieder frei.

Er sei von den syrischen Behörden an den russischen Botschafter in Damaskus übergeben worden, sagte der syrische Vizeaußenminister Faisal Mukdad am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Bei dem Journalisten handelt es sich um den Reporter Billy Six, der für die rechtsgerichtete Wochenzeitung „Junge Freiheit“ arbeitet, wie das Blatt bestätigte.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow habe die syrischen Behörden gebeten, in dem Fall zu vermitteln und sich für die Freilassung des Reporters einzusetzen, sagte Mukdad. „Wir sagten ihm, wir seien bereit zu helfen, betonten aber erneut unseren Vorbehalt gegenüber denjenigen, die illegal nach Syrien einreisen“, sagte er. Keine Angaben machte er dazu, ob Six inhaftiert worden war.

Mukdad zufolge ist Six 26 Jahre alt und stammt aus der Nähe von Berlin. Six, der einen Bart und längere Haare trug, schüttelte Mukdad und dem russischen Botschafter Asamatullah Kol Mohamadow bei der Pressekonferenz die Hand.

Nach Angaben der „Jungen Freiheit“ war Six seit August für das Blatt in Syrien. Kurz nach Weihnachten habe die Redaktion erfahren, dass Six festgenommen worden sei. Der Kontakt zu dem Reporter sei dann abgebrochen. Um das Leben des Mannes nicht zu gefährden, habe die Redaktion entschieden, den Fall nicht öffentlich zu machen. Unklar geblieben sei, wer genau Six festgenommen hatte und wo er festgehalten wurde. Der Vater des Journalisten zeigte sich nach dessen Freilassung erleichtert.

( AFP )