Sicherheit

US-Vize Biden lobt Vorzüge einer doppelläufigen Flinte

Ausgerechnet US-Vizepräsident Joe Biden, der nach dem Amoklauf von Newtown mit der Suche nach Möglichkeiten zur Eindämmung der Waffengewalt betraut wurde, hat die Vorzüge eines Gewehrs im Haus gelobt.

„Wenn du dich schützen willst, beschaffe dir eine doppelläufige Flinte“, erklärte Biden in einem Facebook-Forum der Zeitschrift „Parents Magazine“. Diesen Rat habe er einst seiner Frau Jill gegeben, um sich in ihrem abgelegenen Haus im Bundesstaat Delaware zu schützen.

„Jill, wenn es ein Problem gibt, geh auf den Balkon, nimm diese doppelläufige Flinte und feuere zwei Schüsse nach draußen“, so Biden. Ein halb automatisches Sturmgewehr sei für einen solchen Fall gar nicht nötig, sagte der Vizepräsident, „denn in Wirklichkeit braucht man keine 30 Schüsse“. Außerdem seien Sturmgewehre schwieriger zu handhaben. Mit seinen Ausführungen wollte Biden die Leser davon überzeugen, dass auch zum Selbstschutz keine halb automatischen Sturmgewehre nötig sind.

Der Amerikaner Adam Lanza hatte am 14. Dezember in Newtown zuerst seine Mutter erschossen und war dann mit mehreren Waffen in eine Schule eingedrungen. Mit einem Sturmgewehr tötete er 20 Kinder und sechs Erwachsene, bevor er sich selbst das Leben nahm. Die Kinder waren zwischen sechs und sieben Jahre alt. Lanza sah sich offenbar in einem direkten Wettbewerb mit dem norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik gesehen. Der 20-jährige Amerikaner sei geradezu besessen gewesen von Breivik, meldete der Sender CBS unter Berufung auf Ermittler. Anscheinend habe er unbedingt mehr Menschen töten wollen als der Norweger. Offiziell wollte sich die Polizei am Mittwoch nicht dazu äußern. Breivik hatte in Oslo und auf der Insel Utøya insgesamt 78 Menschen getötet.