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Ermittlungen: Gysi nennt Stasi-Vorwürfe „absurden Unsinn“ ++ Missbrauchsopfer: Bund fordert Beteiligung der Länder am Hilfsfonds ++ NSU-Opfer-Familien: Bundespräsident kritisiert Berichte der Medien

Gysi nennt Stasi-Vorwürfe „absurden Unsinn“

Linke-Fraktionschef Gregor Gysi hat die neuen Stasi-Vorwürfe gegen ihn zurückgewiesen. „Sie werden einen Rücktritt von mir nicht erleben“, fügte er hinzu. Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen den 65-Jährigen wegen des Vorwurfs einer falschen eidesstattlichen Versicherung. Bei den Ermittlungen geht es um die Frage, ob Gysi als Anwalt in der DDR mit der Stasi zusammengearbeitet hat. Gysi bekräftigte, er habe von der Stasi nie ein Geschenk bekommen. „Das ist völlig absurder Unsinn.“ Es war der erste öffentliche Auftritt Gysis seit Bekanntwerden der Ermittlungen.

Bund fordert Beteiligung der Länder am Hilfsfonds

Kurz vor dem Treffen des ehemaligen Runden Tisches zum sexuellen Kindesmissbrauch gibt es Streit über die Finanzierung des Hilfsfonds für Missbrauchsopfer. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) fordert die Länder auf, ihren Anteil von 50 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Bisher fehlten immer noch die Zusage und das Geld der Länder, sagte sie dem „Wiesbadener Kurier“. Der Unabhängige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, übte heftige Kritik an der Arbeit der beteiligten Ministerien. Von den beschlossenen Hilfen sei bisher nichts bei den Opfern angekommen.

Bundespräsident kritisiert Berichte der Medien

Nach seinem Treffen mit den Angehörigen der Neonazi-Mordopfer hat Bundespräsident Joachim Gauck Teile der Berichterstattung vor dem Gespräch kritisiert. Gauck sagte am Dienstag bei einem Besuch im bayerischen Landtag in München, die Absage einzelner Familien sei unverhältnismäßig hochgezogen worden. Die Begegnung mit den Opferfamilien am Montag sei wunderbar und von einer großen Dankbarkeit und Herzlichkeit geprägt gewesen. „Ich war froh, dass ich diesen Menschen zum zweiten Mal begegnen konnte.“ Zum ersten Mal hatte Gauck bei der Gedenkfeier mit Angehörigen gesprochen.