Kriminalität

Im vergangenen Jahr deutlich mehr Babyleichen gefunden

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland deutlich mehr Neugeborene tot aufgefunden worden als im Jahr zuvor.

Insgesamt 27 Babys wurden entdeckt, die in den ersten 30 Tagen nach der Geburt getötet oder unversorgt ausgesetzt worden waren und starben. 2011 hatte man 16 solcher Babyleichen gefunden. Dies ist das Ergebnis einer Erhebung des Kinderhilfswerks Terre des hommes, das jedes Jahr Medienberichte auswertet. Es ist jedoch möglich, dass es weitere Fälle gab, die der Polizei bekannt sind, nicht aber in den Medien auftauchten. Eine offizielle Statistik gibt es nicht.

Zu dem Anstieg an Kindstötungen hat indes beigetragen, dass 2012 zwölf tote Kinder gefunden wurden, die bereits in vorangegangenen Jahren umgebracht worden waren. So entdeckte man im April im hessischen Langgöns drei Babyleichen – es handelte sich nicht um Drillinge –, die eine Mutter schon vor Jahren in eine Kühlbox gesteckt hatte. Zieht man diese insgesamt zwölf Tötungen ab, ergibt sich für 2012 eine Zahl von 15 Kindern, die im Verlauf des Jahres kurz nach der Geburt umgebracht wurden. Diese Zahl liegt auf dem Niveau des Vorjahrs. Im Überblick mehrerer Jahre zeigt sich: Die Zahl der pro Jahr verübten und rasch entdeckten Tötungen liegt stets zwischen zehn und 20, weitere Fälle kommen erst in den Folgejahren ans Licht.

Auch in Berlin entdeckte man tote Babys – eines im April im Stadtteil Reinickendorf, eines im Dezember in Karow. Durchweg sieht es so aus, als hätten hierbei die Frauen mit offenbar schweren psychischen Störungen so gehandelt, dass das Kind sterben musste. Entweder erstickten sie die Babys. Oder sie legten die lebenden Kinder an Orten ab, an denen eine Auffindung unwahrscheinlich war, sodass die Kinder sterben mussten.

Insgesamt zehn Fälle wurden 2012 registriert, bei denen die Mütter den Tod ihrer Kinder offensichtlich nicht wollten. Denn abgelegt wurden diese an frequentierten Orten: In Angermünde (Brandenburg) war es die Laderampe eines Supermarktes, in Schöningen (Niedersachsen) der Eingang der Polizeiwache, an mehreren anderen Orten Kliniken.