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Zäsur für Karibikinsel

Experte Die lang ersehnte Ausreise der kubanischen Star-Bloggerin Yoani Sánchez ist nach Ansicht des Kuba-Experten Bert Hoffmann ein Signal der Hoffnung. „Für die Kubaner ist die neue Reisefreiheit eine gewaltige Zäsur, da der Staat einen großen Stolperstein wegnimmt“, sagte Hoffmann. Das seit Mitte Januar geltende Reisegesetz sei der erste Bereich außerhalb der Wirtschaft, in dem die Reformen von Präsident Raúl Castro greifen. Unter dessen Bruder Fidel Castro wäre dies undenkbar gewesen, sagte der Kuba-Experte vom GIGA-Institut für Lateinamerika-Studien in Hamburg.

Versprechen Hoffmann warnte aber zugleich vor verfrühtem Optimismus. Entscheidend sei, ob Sánchez nach ihrer Auslandsreise auch wieder in ihre Heimat zurückkehren dürfe. „Dann erst wird man sehen, ob das Versprechen der Regierung auf Normalisierung in beide Richtungen greift.“ Hoffmann hält das neue kubanische Reisegesetz für überbewertet. „Wir haben hier keinen Schabowski-Effekt“, sagte er mit Blick auf den SED-Funktionär Günter Schabowski, der am 9.November 1989 die Reisefreiheit für die DDR verkündete.