Justiz

Julian Assange lässt Australier über sein Schicksal abstimmen

Wikileaks-Gründer Julian Assange versucht, über ein Parlamentsmandat im australischen Oberhaus wieder freizukommen.

Derzeit lebt der 41-Jährige in der ecuadorianischen Botschaft in London. Wenn er ein Parlamentsmandat habe, werde das US-Justizministerium aus Sorge um diplomatische Verwicklungen von weiterer Strafverfolgung gegen ihn absehen, sagte Assange dem australischen Internetmagazin „The Conversation“.

Die britische Regierung werde dem folgen. Falls London ihn nicht ausreisen lasse, „wären die politischen Kosten des Status quo noch höher“, sagte Julian Assange. Das Oberhaus in Australien wird am 14.September gewählt. In Australien laufen derzeit die Vorbereitungen zur Gründung einer Wikileaks-Partei. Der Australier Assange hält sich seit Juni 2012 in der Botschaft auf, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Dort werden ihm Sexualdelikte zur Last gelegt. Assange fürchtet, von Schweden in die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm wegen der Veröffentlichung vertraulicher US-Dokumente über Wikileaks der Prozess gemacht werden könnte.

Ecuador hat Assange politisches Asyl zugesichert. Bereits am Sonntag mahnte der wiedergewählte Präsident Ecuadors, Raffael Correa, eine schnelle Lösung an und bekräftigte die Forderung seiner Regierung, Assange entweder einen Passierschein zu gewähren oder eine Anhörung durch einen schwedischen Richter in London zuzulassen.