Krieg

Islamistische Rebellen starten Angriff auf malische Stadt Gao

Islamistische Rebellen haben am Sonntag einen überraschenden Angriff auf die größte nordmalische Stadt Gao gestartet und sich über Stunden heftige Gefechte mit der malischen Armee geliefert.

Am Abend griff die französische Armee mit Hubschraubern in die Kämpfe ein, wie Augenzeugen berichteten. Einwohner suchten Schutz in den aus Lehm gebauten Häusern der Stadt, während die schwarz gekleideten islamistischen Kämpfer in den Straßen und auf Dächern Position bezogen. Sie werden der „Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika“ (MUJAO) zugerechnet. Berichte über zivile Opfer lagen zunächst nicht vor.

Neuerdings setzen die islamistischen Kämpfer auch auf Selbstmordattentate: Wie das malische Militär mitteilte, sprengte sich am Sonnabend ein Mann an einem Kontrollpunkt bei Gao mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft. Er selbst starb bei dem Attentat, ein malischer Soldat wurde verletzt. An derselben Stelle hatte es bereits am Freitagmorgen einen Selbstmordanschlag gegeben.

Die Dauer des Bundeswehreinsatzes in Mali ist nach Meinung von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) nicht absehbar. Dem Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“ sagte de Maizière, niemand könne „heute sagen, ob der Einsatz in Mali ein, zwei oder drei Jahre dauern wird und welche Anforderungen die Lage in zwei Jahren stellt“.

Zu einem möglichen Kampfeinsatz deutscher Soldaten in dem afrikanischen Unruheland sagte de Maizière, „ein Kampfeinsatz ist ausdrücklich nicht vorgesehen in dieser EU-Mission“. Das sei auch richtig, denn ausländische Kampfeinsätze könnten von der Bevölkerung schnell als Besatzung gesehen werden. Auch dies gehöre zu den Lehren aus Afghanistan, die beherzigt werden sollten, so der Verteidigungsminister.