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Nida-Rümelin kritisiert Schavan

Doppelte Standards Der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Prof. Bernhard Kempen, sagte im ZDF-„Heute-Journal“, für ihn sei es nur „schwer vorstellbar, dass eine Bundesbildungsministerin, die in Fragen von Exzellenz und von wissenschaftlichem Arbeiten Vorbild sein soll, sich nun ausgerechnet in einem Titelkampf befindet“. Ihr privater Konflikt mache es schwierig, das wichtige Amt „effektiv und glanzvoll auszuüben“. „Von daher ist der Rücktritt möglicherweise doch die richtige Konsequenz.“ Der Philosoph und frühere Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin zeigte sich befremdet, dass es darüber überhaupt eine Diskussion gebe. „Es darf keine doppelten Standards geben, weil sie viele Verbindungen hat, weil viele abhängig von den Geldflüssen des Wissenschaftsministeriums sind“, sagte Nida-Rümelin dem 3sat-Magazin „Kulturzeit“.

Plagiats-Jäger Martin Heidingsfelder, Gründer der Internetplattform VroniPlag Wiki, hat ein neues Portal. Es heißt „PolitPlag“ und hat zum Ziel, im Wahljahr die wissenschaftlichen Arbeiten der Bundestagsabgeordneten und auch der Kandidaten zu überprüfen. „Politiker sollten Vorbilder sein, insbesondere was Ehrlichkeit anbelangt“, heißt es auf der Website von PolitPlag. Leider habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass einige ihren Doktortitel „mit einer gewissen Nonchalance – man nennt es auch Plagiieren“ – erworben hätten. „In solchen Fällen ist es besser, gar nicht erst zur Wahl anzutreten, als später zurückzutreten.“ Deshalb biete man für 2013 ein „Plagiometer“ an.