Militäreinsatz

Timbuktu feiert Hollande als „Befreier“

Frankreichs Präsident wird begeistert in der malischen Stadt empfangen

Der Dank ist groß. Der als „Befreier“ gefeierte François Hollande bekommt eine entsprechend umfangreiche Gabe. Zu den Geschenken, die dem französischen Präsidenten bei seinem ersten Besuch seit Kriegsbeginn in Mali präsentiert werden, zählt auch ein Kamel. In der Wüstenstadt Timbuktu ist es der vielleicht größte Hinweis auf die Begeisterung, mit der Hollande am Sonnabend von mehreren Tausend Maliern empfangen wird.

Viele Menschen in der erst vor einer Woche aus der Hand von Islamisten befreiten Stadt Timbuktu haben sich herausgeputzt. Malische und französische Fahnen werden geschwenkt oder dienen als schmückende Halstücher. Trommelklänge sind in der Stadt zu hören, wo Tanzen während der Besatzung der Rebellen noch verboten war.

Doch die Begeisterung steckt nicht alle Teile der Bevölkerung an. Nach Berichten von Journalisten sind kaum noch Araber und Tuareg in Timbuktu anzutreffen. Dieser Teil der malischen Bevölkerung soll auch aus Furcht vor möglichen Übergriffen der siegreichen malischen Armee die Stadt verlassen haben.

So warnt der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen zum Schutz vor Völkermord, Adama Dieng, vor dem wachsenden Risiko von Übergriffen. Die Befreiung habe viel Hoffnung nach Mali gebracht, aber er sei gleichzeitig „tief besorgt über die Gefahr von Übergriffen gegen Tuareg und arabische Bevölkerung“.

Auch die Göttinger Gesellschaft für bedrohte Völker ist alarmiert: „Wir sind sehr beunruhigt über Berichte über Menschenrechtsverletzungen malischer Soldaten nach der Rückeroberung von Städten in Nord-Mali“, sagt Afrikareferent Ulrich Delius nach Angaben des Verbandes. Malis Regierung müsse gedrängt werden, UN-Beobachter in die Region zu lassen, um die verunsicherte Bevölkerung zu beruhigen.

Beim Besuch der von den Dschihadisten zerstörten Mausoleen zeigt sich Hollande nach Berichten besorgt über die Schäden. „Es gab einen wahren Willen, zu zerstören. Es gibt nichts mehr“, stellt der Präsident fest.

„Wir werden das wieder aufbauen“, fügt die Unesco-Generaldirektorin Irina Bokowa hinzu. Die Chefin der für Kultur zuständigen Organisation der Vereinten Nationen gehört zur Delegation Hollandes. Der Präsident betont während des eintägigen Blitzbesuches, der Kampf sei noch nicht beendet.