Außenpolitik

Große Freundschaft bei Eiseskälte

Fröstelnde deutsche und französische Politiker feiern 50 Jahre Élysée-Vertrag

Konrad Adenauer war es, der einst versprach, die Freundschaft mit Frankreich werde wie eine Rose sein, „die alle Winterhärten glänzend übersteht“. Das 50-jährige Bestehen des Élysée-Vertrags, mit dem Adenauer am 22. Januar 1963 mit Präsident Charles de Gaulle die Aussöhnung der beiden „Erbfeinde“ perfekt gemacht hatte, wurde am Dienstag groß gefeiert. Und bei minus zehn Grad bekam man auch eine Idee davon, was er mit Winterhärte gemeint haben könnte. Wegen der Eiseskälte fanden die Feiern komplett im Saal statt – von der ersten Diskussionsrunde mit 200 jungen Leuten über ein halbes Dutzend Sondersitzungen bis zum Konzert in der Philharmonie. Nur wer wirklich musste, ging raus vor die Tür. Wie die Blechbläser der Bundeswehr, die vor Schloss Bellevue anzutreten hatten. Ihre Instrumente versagten wegen der Minusgrade den Dienst.

Vom Volk war nicht viel zu sehen. Nicht einmal in der Brasserie „Lutter & Wegner“ am Gendarmenmarkt, wo Merkel und Hollande in kleiner Runde zu Abend aßen, gab es Schaulustige. Draußen auf dem Platz interessierte sich kaum jemand für den Deutschen und Französischen Dom, die in den Landes- und Europafarben angestrahlt wurden. Merkel sagte dazu, der Termin im Januar sei ein „kleiner Malus“. Der fröstelnde Gast widersprach nicht.