Militär

Hauptkontingent für Patriot-Einsatz in die Türkei abgereist

Das Hauptkontingent für den Einsatz deutscher Patriot-Abwehrraketen in der Türkei ist am Sonntag von Berlin aus abgereist.

Zu den etwa 240 Soldatinnen und Soldaten zählen auch Unterstützungskräfte aus der Logistik, der ABC-Abwehr und dem Sanitätsdienst. Die Einheiten seien Teil des „integrierten Luftverteidigungssystems“ der Nato in der Türkei, teilte die Luftwaffe mit.

Zuvor waren bereits ein Vorauskommando an den Einsatzort verlegt sowie umfangreiche Teile des Materials verschifft worden. Die Soldaten des Deutschen Einsatzmoduls, Operation „Active Fence Turkey“, werden den Angaben zufolge überwiegend von den Flugabwehrraketengruppen aus Sanitz und Bad Sülze in Mecklenburg-Vorpommern gestellt. Sie sollen gemeinsam mit Raketenabwehrspezialisten aus den USA und den Niederlanden den Nato-Partner Türkei vor Angriffen aus dem Bürgerkriegsland Syrien schützen. Die Patriot-Abwehrraketen sollen etwa 100 Kilometer von der türkisch-syrischen Grenze entfernt stationiert werden. Insgesamt werden etwa 350 deutsche Soldaten und zwei Raketenabwehrsysteme entsandt. Die Einsatzbereitschaft des deutschen Kontingents soll Anfang Februar voll hergestellt sein. Der Türkei-Einsatz ist die erste größere neue Auslandsmission der Bundeswehr seit 2008. Auch die USA und die Niederlande beteiligen sich mit je zwei Patriot-Staffeln an der Mission. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, er rechnet damit, dass die Stationierung der Patriot-Raketen eine „deeskalierende Wirkung“ auf Syrien haben werde.