Konflikt

Sorge vor neuer Gewalt zwischen Serben und Albanern

Serbische Polizisten haben am Sonntag das umstrittene albanische Rebellendenkmal in der südserbischen Stadt Presevo abgerissen.

Damit spitzt sich der Streit zwischen Serben und Albanern in der Region gefährlich zu. Die Albanerführer in Südserbien trafen sich in Presevo und riefen für Montag zu Demonstrationen auf. Sie hatten für den Fall eines Abrisses gedroht, alle Beziehungen zur Regierung in Belgrad zu kappen.

Die Kosovo-Regierung in Pristina warf der serbischen Führung vor, Dialog gehöre nicht zu ihrer Politik, wenn es um die Beziehungen zu Albanern gehe. Der ehemalige Rebellenführer Orhan Redzepi sagte dem Sender TV B92, dass der Abriss des Denkmals nur den Wunsch der Albaner im Presevo-Tal nach Autonomie und einem Anschluss an das Kosovo verstärke.

Rund 150 Mann einer Spezialeinheit verfrachteten den Gedenkstein für 27 im Bürgerkrieg 2000/2001 getötete Albaner auf Lastwagen und brachte ihn an einen unbekannten Ort. Es habe keinerlei Zwischenfälle gegeben, sagte der serbische Regierungschef Ivica Dacic der Nachrichtenagentur Tanjug in Belgrad.

Die Albaner hatten sich monatelang geweigert, die Stele aus rotem Marmor vor dem Rathaus selbst zu entfernen. Sie drohten mit einem bewaffneten Aufstand. Die Albaner gaben an, dass sie mit dem Denkmal lediglich „unsere Helden aus dem Befreiungskrieg“ ehren wollten. Serbien betrachtet die bewaffneten Albaner aus den bürgerkriegsähnlichen Unruhen als Terroristen. Der Staat könne nicht zulassen, dass für solche staatsfeindlichen Personen ein Denkmal errichtet werde, lautete die Begründung für den Abriss. „Serbien hat genug Geduld gezeigt“, rechtfertigte Dacic das gewaltsame Vorgehen. Mit dem Abriss sei „die klare Botschaft ausgesandt worden, dass das Gesetz einzuhalten ist und dass niemand stärker als der Staat ist“. Auch die Albaner im benachbarten Kosovo hatten mit „Krieg“ gegen die dortige Minderheit gedroht, sollte das Denkmal abgerissen werden.