Wirtschaftskrise

Ägyptens Präsident Mursi bildet sein Kabinett um

Zehn neue Minister ernannt. Hoffnung auf IWF-Kredit

Einen Tag vor Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über mögliche Hilfen angesichts der Wirtschaftskrise hat Ägyptens Präsident Mohammed Mursi sein Kabinett umgebildet. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Mena berichtete, wurden am Sonntag in Kairo zehn neue Minister vereidigt, unter ihnen Finanzminister al-Mursi al-Sadsched Hegasi. Kairo hofft auf einen IWF-Hilfskredit in Höhe von umgerechnet 3,7 Milliarden Euro.

Knapp ein Drittel der Minister der Regierung, die weiterhin von Ministerpräsident Hischam Kandil geführt wird, wurde ausgetauscht. Der in islamischen Finanzgeschäften spezialisierte Wissenschaftler Hegasi, der den herrschenden Muslimbrüdern nahestehen soll, löste Momtas al-Said an der Spitze des Finanzressorts ab. Das Innenministerium, das unter anderem für die Strafanstalten des Landes zuständig ist, ging an Polizeigeneral Mohammed Ibrahim. Er war bislang einer der Stellvertreter des bisherigen Ressortchefs Ahmed Gamaleddin, der nun für die Gefängnisverwaltung zuständig ist.

Auch die Führung der Ressorts Verkehr, Elektrizität, regionale Entwicklung, zivile Luftfahrt, Parlamentsangelegenheiten sowie Versorgung und Kommunikation wurde ausgetauscht. Die Kabinettsumbildung hatte Mursi am 26.Dezember angekündigt, um die Finanz- und Wirtschaftskrise besser zu bekämpfen. Für diesen Montag wird der IWF-Beauftragte für Nahost und Zentralasien, Masud Ahmed, in Kairo erwartet. Dabei sollen laut IWF-Angaben „die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen“ sowie Ägyptens Wirtschafts- und Finanzpolitik und „eine mögliche IWF-Unterstützung für Ägypten beim Umgang mit diesen Herausforderungen“ zur Sprache kommen. Kandil hatte vor einer Woche angekündigt, dass seine Regierung den IWF zur Freigabe eines eingefrorenen Kredits in Höhe von 4,8 Milliarden Dollar bewegen wolle. Das Darlehen war im August beantragt, Mitte Dezember aber wegen der angespannten politischen Lage in Ägypten auf Eis gelegt worden.

Mit der Wirtschaft Ägyptens geht es seit dem Sturz des Langzeitmachthabers Husni Mubarak vor fast zwei Jahren steil bergab. Eine der Ursachen ist der Mangel an politischer Stabilität, der abschreckend auf Investoren wirkt. Ägypten stehen nun schwierige Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds bevor. Erwartet wird, dass der IWF schmerzhafte Zugeständnisse verlangen wird.