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Jugendgericht: Ein Vergewaltiger ist erst 17 Jahre alt

Anklage Es sind fünf Männer zwischen 18 und 35 Jahren, die sich jetzt wegen Mordes, Kidnapping, Raub und Vergewaltigung vor Gericht verantworten müssen. Sie stehen im Verdacht, eine 23-jährige Frau in einem vermeintlichen Linienbus in Delhi so brutal misshandelt zu haben, dass diese am 16. Dezember ihren schweren Verletzungen erlag. Um ihre Spuren zu verwischen, sollen die Männer sogar versucht haben, die Frau zu überfahren.

Minderjähriger Täter Ein weiterer Verdächtiger soll erst 17 Jahre alt sein, er dürfte daher vor ein Jugendgericht gestellt werden.

Protest Das brutale Vorgehen der Täter hatte in Delhi und anderen indischen Städten zahlreiche Demonstrationen ausgelöst. Der Regierung wird vorgehalten, zu wenig gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen zu tun. Ministerpräsident Manmohan Singh war heftig dafür kritisiert worden, dass er sich lange nicht zu der Vergewaltigung geäußert hatte. Nach den Protesten hatte er dann aber zur Ruhe gemahnt und die Tat ein „monströses Verbrechen“ genannt. In einer TV-Ansprache hatte er zudem versichert, der Staat werde alles tun, um Schutz und Sicherheit für Frauen in Indien sicherzustellen.

Todesstrafe Die zuständige Polizeibehörde in Delhi will die Todesstrafe fordern, die in Indien laut Verfassung immer noch „bei besonders grausamen und seltenen Verbrechen“ verhängt werden kann. Eine Todesstrafe durch Erhängen wird in Indien nur sehr selten vollstreckt.