FDP

Westerwelle: „Ich unterstütze meine Partei“

Der langjährige FDP-Vorsitzende, Außenminister Guido Westerwelle, stellt sich im Gespräch mit Thorsten Jungholt vor seinen Nachfolger Philipp Rösler.

Berliner Morgenpost:

Herr Westerwelle, Ihre Partei stimmt sich am Sonntag beim Dreikönigstreffen auf das Wahljahr 2013 ein. Schmerzt es Sie, nicht mehr in der ersten Reihe um die Existenz der FDP kämpfen zu können?

Guido Westerwelle:

Das Jahr 2013 wird für alle Parteien ein wichtiges Jahr, auch für die FDP. Aber vor allem wird es ein wichtiges Jahr für Deutschland. Es wird darum gehen, ob die jetzige Regierung aus Union und FDP fortgesetzt werden kann. Man kann an dieser christlich-liberalen Koalition sicher manches kritisieren, nur eines nicht: Die Ergebnisse unserer Politik sind vorzüglich, Deutschland geht es mit dieser Regierung so gut wie seit der deutschen Einheit nicht mehr. Diese Botschaft werde ich schon am Sonntagabend auf meiner ersten Wahlkampfveranstaltung in Niedersachsen vertreten.

Mancher in der FDP postuliert, es ginge in Niedersachsen auch um die Zukunft von Philipp Rösler.

Ich beteilige mich weder direkt noch indirekt an derartigen Spekulationen, sondern unterstütze meine Partei und die Führung. In Wahlkämpfen geht es zuallererst um politische Inhalte und nicht um innerparteiliche Selbstbeschäftigung. Ich war zehn Jahre lang selbst Parteivorsitzender und weiß, wie verantwortungsvoll und manchmal schwer das Amt des FDP-Vorsitzenden ist. Was ich an konstruktiven Ratschlägen mitzuteilen habe, erörtere ich im Gespräch.

Aber inhaltlichen Rat für die Wahlkämpfe können Sie öffentlich geben?

In Europa Kurs halten, in Deutschland klipp und klar auf Leistungsgerechtigkeit setzen. Wir sind der Überzeugung, dass alles, was verteilt werden soll, erst einmal erwirtschaftet werden muss. Es gibt keinen besseren Beweis für die Richtigkeit dieser liberalen Politik als die Schuldenkrise in Europa.