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China: Ausweisung nach Bericht über reiche Funktionäre ++ Venezuela: Widersprüchliche Aussagen zu Chávez’ Zustand ++ Pakistan: Ranghohe Taliban aus Haft entlassen

Ausweisung nach Bericht über reiche Funktionäre

Nach Enthüllungen der „New York Times“ über die großen Reichtümer der Familien chinesischer Führer ist einer ihrer Korrespondenten aus China ausgewiesen worden. Der 45-jährige Chris Buckley musste das Land verlassen, weil ihm eine Verlängerung seines Journalistenvisums verweigert wurde. Die Zeitung vermutet eine Vergeltungsaktion. Das harsche Vorgehen wurde auch als Warnung an andere ausländische Journalisten in China verstanden. Es ist die zweite Ausweisung eines Korrespondenten in nur sieben Monaten. Seit den Rufen nach Protesten wie in der arabischen Welt hätten die Behörden den Druck auf ausländische Journalisten verstärkt. Die Aufdeckung der Geschäfte von Verwandten hoher chinesischer Führer hätten die Diskussion über Korruption angefacht.

Widersprüchliche Aussagen zu Chávez’ Zustand

Das Rätselraten über die Zukunft des schwer erkrankten venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez geht weiter. Vizepräsident Nicolás Maduro räumte vor dem Jahreswechsel in einer Fernsehansprache ein, Chávez’ Zustand sei nach seiner vierten Krebsoperation in Kuba infolge neuer Komplikationen „heikel“. Dagegen betonte am Montag Chávez’ Schwiegersohn, Wissenschaftsminister Jorge Arreaza, sein Zustand sei „stabil“. Wegen Chávez’ Erkrankung gibt es Zweifel, ob der 58-Jährige weiter an der Spitze des Landes stehen kann. Eigentlich soll er am 10.Januar für eine dritte sechsjährige Amtszeit vereidigt werden. Seit über drei Wochen hat sich Chávez jedoch nicht öffentlich blicken lassen oder sonst wie geäußert. Sollte Chávez den Termin nicht wahrnehmen, könnte die Opposition Neuwahlen fordern.

Ranghohe Taliban aus Haft entlassen

Die pakistanischen Behörden haben acht ranghohe Taliban aus Afghanistan auf freien Fuß gesetzt, um dem Friedensprozess am Hindukusch neue Impulse zu verleihen. Unter den am Montag Freigelassenen sei auch der frühere Justizminister der Taliban, Mullah Nureddin Turabi, hieß es am Dienstag. Die Taliban waren zwischen 1996 und 2001 in Afghanistan an der Macht und stehen derzeit an der Spitze eines Aufstands gegen die Regierung von Präsident Hamid Karsai. Die afghanische Seite begrüßte die Freilassungen im Nachbarland. Ismail Kasimschar vom Hohen Friedensrat sprach von einem „Schritt in die richtige Richtung“. Fachleute äußerten sich unterdessen skeptisch. Die Freigelassenen verfügten bei den Taliban über keinen wirklich maßgeblichen Einfluss, hieß es.