Krankenhausaufenthalt

Hillary Clinton wegen Blutgerinnsel in Klinik

Außenministerin seit Wochen nicht öffentlich aufgetreten

US-Außenministerin Hillary Clinton wird wegen eines Blutgerinnsels in einem New Yorker Krankenhaus behandelt. Ihren Ärzten zufolge wird die 65-Jährige vollständig genesen. Die Ministerin habe weder einen Schlaganfall noch neurologische Schäden erlitten, erklärten sie am Montag. Clinton spreche gut auf die Behandlung mit Blutverdünnungsmittel an und sei guter Stimmung, unterhalte sich mit ihren Ärzten, ihrer Familie und dem Klinikpersonal. Wann die frühere First Lady und US-Senatorin aus dem Krankenhaus entlassen werden kann, sagten die Ärzte jedoch nicht.

Clinton war nach Angaben ihres Ministeriums am Sonntag in die Klinik eingeliefert worden. Das Gerinnsel liege zwischen Gehirn und Schädeldecke hinter ihrem rechten Ohr. Das Blutklümpchen ist die Folge einer Gehirnerschütterung, die Clinton bei einem Sturz nach einem Ohnmachtsanfall wegen Dehydrierung erlitt. Diese wiederum sei durch einen Magen-Darm-Virus verursacht worden. Die Ministerin ist seit dem 7. Dezember nicht mehr öffentlich aufgetreten.

Clinton tritt keine zweite Amtszeit als Außenministerin an. Sie kündigte bereits vor der Präsidentschaftswahl im November an, nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Der Frau von Ex-Präsident Bill Clinton werden eigene Ambitionen für das Präsidentenamt bei der Wahl 2016 nachgesagt. Sie selber spielt dies herunter. „Ich glaube wirklich nicht, dass das etwas ist, was ich noch einmal tun werde“, sagte sie jüngst in einem Fernsehinterview. Sie war 2008 als Präsidentschaftskandidatin angetreten und von US-Präsident Barack Obama aus dem Rennen geschlagen worden. Dieser übertrug seiner einstigen Gegnerin schließlich den wichtigsten Posten in seinem Kabinett. Als oberste Diplomatin des Landes war Clinton nach Angaben des Außenministeriums ein Viertel ihrer Amtszeit – 401 Tage – unterwegs. Sie flog 950.000 Meilen und besuchte 112 Länder.

Clintons Nachfolger wird der demokratische Senator John Kerry. Ihn nominierte Obama, nachdem die US-Spitzendiplomatin Susan Rice nach einem stark kritisierten TV-Auftritt zum Bengasi-Anschlag ihre Kandidatur zurückzog. Der Angriff auf das US-Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi am 11. September überschattet die letzten Wochen von Clinton als Außenministerin. Am Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 waren bei einem Angriff auf das Konsulat der US-Botschafter Christopher Stevens und drei weitere US-Bürger getötet worden. Regierungsexperten kamen in einer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass grobe Sicherheitsmängel das Attentat begünstigt haben. Ursprünglich sollte sich Clinton am 20. Dezember vor Kongressausschüssen zu dem Vorfall äußern, musste dies wegen ihrer Erkrankung jedoch absagen. Einige Republikaner werfen ihr vor, vermeiden zu wollen, zu dem Anschlag befragt zu werden.

Die Politikerin litt schon einmal unter einer Thrombose. Bereits 1998 sei ein Blutgerinnsel festgestellt worden, sagte sie 2007 in einem Interview der „New York Daily News“. Das sei ihr schlimmster Schreck in Sachen Gesundheit gewesen. „Ich war gerade im Wahlkampf für (den New Yorker Senator) Chuck Schumer, als mein Fuß zu schmerzen begann und ich ein Problem hatte, meinen Schuh anzuziehen.“ Schließlich sei sie auf Anraten eines Arztes ins Krankenhaus gegangen. Dort habe man dann das Gerinnsel entdeckt. „Ich hatte Glück. Wir konnten es vollständig auflösen, und es gab keine weiteren Konsequenzen.“