Ausland

Atombefürworter zum Regierungschef Japans gewählt

In Japan ist der siebte Regierungschef binnen sechs Jahren gewählt worden.

Nach seinem Sieg bei der Parlamentswahl vor zehn Tagen stimmte das Parlament für Shinzo Abe von der Liberaldemokratischen Partei (LDP). Der 58-Jährige war bereits einmal Premierminister Japans. 2007 trat er nach einem Jahr voller Skandale in seinem Kabinett zurück.

Japans langjährige Regierungspartei LDP hatte bei der vorgezogenen Unterhauswahl am 16. Dezember 294 der 480 Sitze erobert, ihr traditioneller Koalitionspartner New Komeito weitere 31 Sitze. Die zuletzt regierende Demokratische Partei (DJP) des amtierenden Ministerpräsidenten Yoshihiko Noda (55) erlitt bei der Parlamentswahl eine schwere Niederlage – sie stürzte von weit über 200 auf knapp 60 Sitze ab.

Die Wahl zum Unterhaus war die erste seit der Atomkatastrophe von Fukushima im März vergangenen Jahres. Mit Abe kehrt ein Befürworter der Atomenergie an die Schalthebel der Macht zurück. Zwar hatte der scheidende Premier Noda einen Atomausstieg bis 2040 verkündet, die LDP dürfte dieses Vorhaben Medien zufolge aber rückgängig machen – obwohl ein großer Teil der Bevölkerung einen Atomausstieg unterstützt.