Gewalt

Waffenlobby will Amokläufe mit bewaffneten Polizisten verhindern

Die US-Waffenlobby (NRA) will mit noch mehr Waffen blutige Amokläufe wie vor einer Woche in Newtown im US-Staat Connecticut verhindern.

Bei einer Pressekonferenz in Washington sprach sich NRA-Geschäftsführer Wayne LaPierre dafür aus, bewaffnete Polizisten an jeder amerikanischen Schule zu postieren. „Das Einzige, das einen bösen Typen mit einer Waffe stoppt, ist ein guter Typ mit einer Waffe“, sagte LaPierre. Unterdessen gedachte die Stadt Newtown mit Glockengeläut den 26 Opfern des Massakers.

Nach dem verheerenden Amoklauf, bei dem der 20 Jahre alte Täter 20 Kinder und sechs Schulmitarbeiter tötete, hatte die NRA zunächst geschwiegen. Anders als bei früheren Amokläufen hatte die Organisation keine Beileidsbekundungen für die Angehörigen der Opfer veröffentlicht. Überdies schaltete sie ihre Facebook-Seite im Internet vorübergehend ab und verbreitete keine Mitteilungen im Kurznachrichtendienst Twitter.

LaPierre machte Medien, Videospiele, Filme und Musikvideos für die Gewalt in der Gesellschaft verantwortlich. „In einer Abwärtsspirale wetteifern Konzerne darum, zu schockieren und jeden Standard der zivilisierten Gesellschaft zu verletzen“, sagte der NRA-Chef. Manche hätten versucht, politisches Kapital aus dem Massaker zu schlagen. Deshalb habe die NRA zunächst „respektvoll geschwiegen“. Gegner der Waffenlobby unterbrachen die Pressekonferenz mehrfach. Ein Mann hielt ein Plakat hoch mit der Aufschrift „Die NRA tötet unsere Kinder“.

Bei der Gedenkfeier in Newtown erinnerten 26 Glockenschläge an die 20 Kinder und sechs Erwachsenen, die dem Blutbad in einer Grundschule zum Opfer gefallen waren. Der Täter hatte zuvor schon seine Mutter erschossen und sich danach das Leben genommen. US-Präsident Barack Obama erinnerte im Weißen Haus mit einer Schweigeminute an die Opfer. Obama setzt sich zudem für eine Verschärfung der Waffengesetze ein. Bereits im Januar wolle er den Abgeordneten im Kongress konkrete Vorschläge vorlegen, wie die Waffengewalt in den USA eingedämmt werden könne.

In einer Videobotschaft berichtete Obama von einer Welle der Zustimmung für eine Verschärfung des Waffenrechts. Den Unterzeichnern einer Online-Petition versicherte er: „Wir hören Sie.“ Obama rief die Befürworter schärferer Waffengesetze auf, den Druck auf die Abgeordneten aufrechterhalten. „Rufen Sie Ihre Kongressvertreter so oft wie nötig an, bekennen Sie Farbe und sagen Sie im Namen unser aller Kinder: Es reicht.“