Altkanzler

Kohl bekommt Kopie des Nobelpreises

Von Rompuy besucht den Kanzler der Einheit

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat Altkanzler Helmut Kohl eine Kopie des Friedensnobelpreises an die Europäische Union überbracht. Er habe den 82-Jährigen am Dienstag in seinem Privathaus in Ludwigshafen besucht, bestätigte die Leiterin des Kohl-Büros, Marion Scheller. Den Altkanzler dürfte es gefreut haben: Er war wegen seiner Verdienste um die europäische Einigung selbst jahrelang als Favorit für den größten aller Friedenspreise gehandelt worden. Der Nobelpreis war der Europäischen Union am 10. Dezember für sechs Jahrzehnte erfolgreicher Aussöhnungspolitik verliehen worden.

Kohl hatte die Vergabe des Friedensnobelpreises an die EU als „eine kluge und weitsichtige Entscheidung“ gewürdigt. „Ich freue mich sehr über diese Entscheidung“, hatte der Altkanzler gesagt. Der Friedensnobelpreis 2012 sei vor allem eine Bestätigung für das Friedensprojekt Europa. „Er ist auch eine Ermutigung für uns alle, auf dem Weg des geeinten Europa weiter voranzugehen.“ Kohl fügt hinzu: „Als Europäer haben wir heute allen Grund, stolz zu sein.“ Der Christdemokrat war von 1982 bis 1998 Bundeskanzler. Wegen seiner Verdienste in den Jahren 1989/90 wird er auch Kanzler der Einheit genannt.