Regierungschaos

Parlaments-Schlägerei in Kiew: Klitschko hält sich „vorerst“ zurück

Die Streitigkeiten im neu gewählten ukrainischen Parlament haben sich in heftigen Prügeleien entladen.

Mehrere Dutzend Abgeordnete beteiligten sich an den Auseinandersetzungen. Die Opposition zeigte sich aufgebracht von dem Versuch, den am 3. Dezember abgetretenen Regierungschef Mikola Asarow (64) wieder einzusetzen.

Schwergewichtsboxweltmeister Vitali Klitschko, der mit seiner Udar-Partei ins Parlament eingezogen war, hielt sich bei den Auseinandersetzungen zurück – nach eigenen Angaben „vorerst“. Boxhiebe könnten als Waffen betrachtet werden, Boxhiebe eines Weltmeisters als „Atomwaffen“, warnte Klitschko. Er wolle zunächst auf den Einsatz seiner Boxfähigkeiten verzichten. Der Oppositionelle Oleg Meduniza steckte durch Faustschläge und Fußtritte Verletzungen ein. Er kündigte aber an, weiter gegen die Regierungspartei aufzubegehren, da es sich um „Gauner“ handle. Den zweiten Tag in Folge herrschten im Parlament in Kiew chaotische Zustände. Abgeordnete der Regierungsparteien versuchten, oppositionelle Volksvertreter von den Sitzen des Parlamentspräsidiums zu verdrängen. Zusätzlich angefacht wurde der Konflikt im Parlament durch den Übertritt zweier Abgeordneter der Opposition zur Regierungskoalition.