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Lieber tot als Pflegefall

Umfrage Lieber tot als ein Pflegefall: Dem stimmt die Hälfte der Deutschen zu, wie aus einer Infratest-Umfrage im Auftrag der Deutschen Hospiz-Stiftung hervorgeht. Danach würden 52 Prozent der befragten Frauen lieber den begleiteten Freitod wählen, wenn sie in einem Jahr pflegebedürftig werden, wie die „Bild“-Zeitung schreibt. Bei den Männern sind es der Erhebung zufolge 48 Prozent. Auf ihrer Homepage gibt die Stiftung an, bei der Frage seien der Grad der Pflegebedürftigkeit und die Schwere der Erkrankung „ganz bewusst offengelassen“ worden.

Bundestag Stiftungschef Eugen Brysch sprach angesichts der Ergebnisse von einem „Armutszeugnis für die deutsche Pflegepolitik“. Im Hinblick auf die Beratung des Sterbehilfe-Gesetzentwurfes von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) im Rechtsausschuss des Bundestags forderte Brysch strengere gesetzliche Regelungen. Weiter betonte Brysch: „Es muss verhindert werden, dass allein die Angst vor Pflegebedürftigkeit Menschen in den Freitod treibt.“

Stellen Der steigende Pflegebedarf kann einer Studie zufolge nicht mehr durch Fachkräfte aus dem Inland oder aus EU-Staaten gedeckt werden. Im März dieses Jahres standen bundesweit knapp 10.000 offenen Stellen nur 3268 arbeitslos gemeldete Altenpfleger gegenüber, so das Wirtschaftsministerium.