Vergütungsansprüche

Künstler fordern Reformen beim Urheberrecht

Mehr Geld für Nachdrucke oder Wiederholungen

Künstler und Autoren haben in Berlin Reformen beim Urheberrecht eingefordert. Die Initiative Urheberrecht ging mit einem Sieben-Punkte-Katalog an die Öffentlichkeit. Der Grafiker und Karikaturist Klaus Staeck, der auch Präsident der Berliner Akademie der Künste ist, sagte, die Politik dürfe nicht noch länger tatenlos bleiben. Deutschland sei in Brüssel gefordert, wo die Gefahr bestehe, dass der Streit über Urheberrechte allein zugunsten der Netzwirtschaft entschieden werde. Von der deutschen Politik fordert die Initiative Urheberrecht, das Urhebervertragsrecht zu reformieren, Vergütungsansprüche durchsetzbar zu machen und die Rechte der Künstler und Autoren an ihren Werken zu stärken. Die „Tatort“-Autorin Carolin Otto sagte, sie selbst müsse entscheiden können, ob sie ihr Produkt zur Verwertung etwa für Remixes oder Mashups (neue Kombination von Inhalten) freigebe.

Die Initiative wendet sich vor allem gegen die Umsonst-Mentalität von Internetnutzern, aber auch gegen die immer schlechtere Bezahlung für kreative Arbeit. Autoren lebten nicht nur von ihren Honoraren, sondern auch von den Wiederholungen ihrer Filme oder Nachdrucken ihrer Texte oder Bilder, sagte Staeck. Dafür müsse bezahlt werden. Der Regisseur Niki Stein, dessen Film „Rommel“ im November im ZDF ausgestrahlt wurde, nannte auch Preise: 25.000 Euro werde für ein „Tatort“-Drehbuch gezahlt: „Dafür arbeitet man ein halbes Jahr.“ Die Wiederholung einer Folge bringe 2500 Euro.

Gerhard Pfennig, Urheberrechtsexperte und Sprecher der Initiative, sagte, Deutschland brauche kein neues Urheberrecht. Vielmehr müssten die vorhandenen Gesetze dringend reformiert werden. Seit vier Jahren behindere eine schlecht gemachte Reform die Vergütungen für die private Nutzung von Texten, Bildern, Fotos und Filmen. 300 bis 400 Millionen Euro könnten nicht an die Autoren ausgezahlt werden. Die Initiative wendet sich auch dagegen, die Schutzfristen für Urheber zu verkürzen. Sie gelten heute bis 70 Jahre nach dem Tod eines Autors.

Auch in der Internetwelt müssten Kontrollen möglich sein, um das Urheberrecht zu schützen, sagte Regisseur Stein. Den Gegnern solcher Regeln auf der Nutzerseite hielt er entgegen, das Netz werde der künftige Markt für Filme und Bücher sein: „Aber die Vergütung ist nicht geregelt.“ Der Initiative selbst gehören mehr als 30 Organisationen an, darunter die Verbände von Schriftstellern, Fotografen, bildenden Künstlern und Musikern sowie Journalisten.