Protest

Mursi-Gegner durchbrechen Absperrung

In Ägypten hat sich die Armee in den Streit um das geplante Verfassungsreferendum eingeschaltet.

Der ägyptische Verteidigungsminister und Armeechef Abdel Fattah al-Sissi lud Präsident Mohammed Mursi sowie Vertreter aller Lager zu einem Treffen ein. Im Kairoer Stadtteil Heliopolis durchbrachen Gegner Mursis die Absperrungen zum Präsidentenpalast. Laut Mena lud Al-Sissi die verschiedenen Strömungen der Gesellschaft zum Dialog über Wege zur Überwindung der Krise ein. Damit kehrt die Armee, traditionell eine der wichtigsten Machtgruppen in Ägypten, in den politischen Vordergrund zurück.

In Kairo versammelten sich am Abend tausende Gegner und Anhänger des Präsidenten. Am Nachmittag nahmen Mursi-Gegner eine Metallabsperrung vor dem Präsidentenpalast auseinander und rissen mit Ketten Betonblöcke aus einer Mauer, die von der Armee zum Schutz des Palastes errichtet worden war. Die Soldaten zogen sich darauf näher zum Palast hin zurück, der durch eine weitere hohe Mauer geschützt ist. Mursi hatte die Armee am Montag per Dekret dazu befugt, Zivilisten festzunehmen und so die Polizei zu unterstützen. Einige Kilometer entfernt kamen zehntausende Unterstützer der islamistischen Führung um Mursi im Stadtteil Nasr-City zusammen. Anhänger des liberal-säkularen Oppositionsbündnisses Nationale Heilsfront unter dem Vorsitz des Friedensnobelpreisträgers Mohammed El Baradei demonstrierten auf dem Tahrir-Platz. Am Nachmittag seien elf Menschen verletzt worden, als Unbekannte auf dem Tahrir-Platz auf Demonstranten geschossen hätten, hieß es.