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Erfolg und Krise

Begründung Die EU hat aus Sicht des Nobelpreiskomitees den Übergang Europas von einem Kontinent des Krieges zu einem Kontinent des Friedens geschafft. Die 1958 als Wirtschaftsgemeinschaft gegründete EU – von sechs auf jetzt 27 Mitglieder angewachsen – habe sich um Versöhnung und Völkerverständigung auf der Grundlage einer demokratischen Gesellschaft und von Menschenrechten verdient gemacht.

Krise In der EU sind ehemalige Kriegsgegner wie Deutschland und Frankreich vereint. Die Aussöhnung der Gründungsmitglieder wurde von der Gemeinschaft getragen. Auch der Übergang zur Demokratie in Spanien und Portugal gilt als Erfolg. Ausgerechnet im Jahr der Preisverleihung ist die Union in einer schweren Krise. In Großbritannien wird über den Austritt nachgedacht, die Probleme der Euro-Zone diktieren das Tagesgeschäft.

Erweiterung Nach der Aussöhnung in Westeuropa kam in den 90er-Jahren die Osterweiterung: 2004 schließlich traten acht ehemals sozialistische Länder, darunter Polen und Tschechien, dem Bündnis bei. 2007 kamen Rumänien und Bulgarien dazu. Mit Kroatien steht ein Land vor der Aufnahme, das in den 90er-Jahren noch in die Balkankriege verwickelt war. Über die Aufnahme des Kriegsgegners Serbien wird verhandelt.