Krebserkrankung

Venezuelas Machthaber Chávez kürt Nachfolger

Präsident reist zur dritten Krebsbehandlung nach Kuba

Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat seine Krebserkrankung noch nicht besiegt. Die Krankheit sei wieder ausgebrochen, sagte Chávez in einer Fernsehansprache. Er wollte noch am Sonntag wieder nach Kuba reisen, um sich dort einer weiteren Untersuchung zu unterziehen. Er ziehe in eine „neue Schlacht“, erklärte Chávez. Erstmals benannte er mit Vizepräsident Nicolas Maduro einen möglichen Nachfolger, sollte er seine Amtsgeschäfte nicht mehr ausüben können.

Chávez’ Krebserkrankung erschüttert das Regierungssystem. Der frühere Putschist Chávez regiert Venezuela seit 1999 autoritär. Er ist bekannt für seine USA-feindlichen Tiraden und zählt Kuba und den Iran zu seinen Verbündeten. Seine Macht sichert der selbst erklärte Nachfolger des südamerikanischen Revolutionshelden Simon Bolivar durch die großzügige Verteilung der Einnahmen der verstaatlichten Ölindustrie an seine Anhänger. Trotzdem gelang Chávez im Oktober nur mit Mühe der Sieg bei der letzten Präsidentschaftswahl. Den Urnengang, zu dem keine unabhängigen Wahlbeobachter zugelassen waren, gewann er mit 54 Prozent der Stimmen. Venezuela steht am 16. Dezember vor Regionalwahlen. Die Opposition forderte in den vergangenen Wochen immer wieder Klarheit über den Gesundheitszustand des „Primer Mandatario“, dessen neue Amtszeit von 2013 bis 2019 dauert.

Treuer Anhänger

Chávez räumte ein, dass sich die Lage durch die neue Operation kompliziert, zeigte sich aber dennoch optimistisch: „Mit Gottes Gunst werden wir siegen und vorankommen.“ Im Juni 2011 war er in Havanna bei einem ersten Eingriff an einem Krebsgeschwür in der „Beckengegend“ operiert worden. Die genaue Art seiner Krebserkrankung wurde nie mitgeteilt. Es folgten weitere Operationen sowie Therapien in Kuba und Venezuela. Einige Monate vor der Wahl im Oktober dieses Jahres hatte sich Chávez dann als „völlig geheilt“ erklärt. Dennoch hielten sich die Gerüchte über seinen Gesundheitszustand. Am 27. November war er zu einer speziellen Sauerstoffbehandlung nach Havanna geflogen, wo er insgesamt elf Tage blieb.

Tests hätten ergeben, dass „einige bösartige Zellen“ in die Körperregion zurückgekehrt seien, aus der zuvor Tumore entfernt wurden, sagte Chávez. Es wird nun seine dritte Krebsoperation in anderthalb Jahren sein. Seine Ärzte hätten ihm gesagt, dass der Eingriff „absolut notwendig“ sei. Er habe zudem starke Schmerzen und nehme Beruhigungsmittel in Vorbereitung auf die Operation. „Ich hoffe, ich kann Ihnen in den kommenden Tagen gute Nachrichten bringen“, sagte er. Sollte sich sein Gesundheitszustand verschlechtern, solle Vizepräsident Maduro seinen Platz einnehmen, erklärte Chávez. „Wir müssen den Fortschritt der bolivarischen Revolution sicherstellen“, sagte er. Der frühere Außenminister Maduro, ein stämmiger ehemaliger Busfahrer, wurde von Chávez nach dem letzten Wahlerfolg zum Vizepräsidenten ernannt. Er gilt als treuer Anhänger des Präsidenten.