Klimaschutz

Umweltschützer kritisieren UN-Klimakonferenz

Die Beschlüsse der UN-Klimakonferenz in Doha sind bei Umweltschützern auf Kritik gestoßen.

„Ich glaube, dass man hier unter dem Strich nichts erreicht hat, was wirklich hilft“, erklärte Martin Kaiser von der Umweltorganisation Greenpeace nach der Einigung vom Samstagabend. Nach einer langen Hängepartie hatten sich die Teilnehmer unter anderem auf eine neue Verpflichtungsperiode für das Kyoto-Protokoll verständigt. „Der Klimaschutz ist in Doha auf der Strecke geblieben“, erklärte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Es sei deutlich geworden, „dass der politische Wille, angemessen auf die Dringlichkeit des Klimawandels zu reagieren, derzeit bei den wichtigsten Akteuren China, USA und EU noch nicht sichtbar ist“, kritisierte die Organisation Germanwatch. Wenn nicht mit mehr Ernsthaftigkeit reagiert werde, sei „das Scheitern des Abkommens 2015 vorprogrammiert“.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) feierte die Beschlüsse hingegen als Durchbruch. Durch die verlängerte Gültigkeit des Kyoto-Protokolls würden auch in Zukunft völkerrechtlich verbindliche Regeln gelten. In einem umstrittenen Abstimmungsverfahren hatten sich die Delegierten neben der Verlängerung des Kyoto-Protokolls auf einen Arbeitsplan für die Verhandlungen über ein neues, umfassendes Klimaabkommen verständigt, das 2015 abgeschlossen und 2020 in Kraft treten soll. Die neue Kyoto-Periode soll zum Jahreswechsel beginnen. 2014 sollen die Emissionsziele überarbeitet und wenn möglich nachgebessert werden. Erneut bekräftigt wurde, Entwicklungsländern ab 2020 pro Jahr 100 Milliarden Dollar für Klimaschutz und Anpassung an Klimafolgen zur Verfügung zu stellen. Offen blieb, woher das Geld kommen soll.