Konflikt

Rebellen versuchen einen Ring um Damaskus zu ziehen

In Syrien versuchen die Rebellen einen Ring um Damaskus zu ziehen.

Am Freitag erklärten die Aufständischen den Internationalen Flughafen der Hauptstadt zum Kampfgebiet. Seit Wochen nehmen die Gefechte um die Machtzentrale von Präsident Baschar al-Assad zu. Während westliche Politiker wie etwa Außenminister Guido Westerwelle bereits von Auflösungserscheinungen sprechen, halten viele Beobachter es für verfrüht, von einer Endphase der Regierung Assad auszugehen. Internationale Bemühungen um ein Ende des vor 20 Monaten ausgebrochenen Bürgerkrieges blieben indes erfolglos.

„Die Rebellenbrigaden, die den Flughafen belagern, haben gestern entschieden, dass er ab sofort als militärische Zone gilt“, sagte der Sprecher des Militärrates Damaskus der Rebellen, Nabil al-Amir. Jeder, der sich dem Flughafen nähere, tue dies auf eigene Gefahr. Von einem Sturm des Flugfelds werde aber abgesehen. Der Flughafen wird bereits seit Tagen nicht mehr von ausländischen Fluglinien angeflogen. Auch in anderen Gebieten des Großraums Damaskus lieferten sich Aufständische und regierungstreue Soldaten Gefechte. Das Militär feuerte nach Angaben der Opposition Raketen auf zwei von den Aufständischen gehaltene Vororte und verstärkte seine Truppen unweit des strategisch wichtigen Flughafens. Sollten die Rebellen die Vororte Moadamia und Daraja halten können, würden sie einen geschlossenen Bogen vom Nordosten bis zum Südwesten von Damaskus kontrollieren und so die Stadt zu einem großen Teil von der Außenwelt abschneiden.

Auch internationale Bemühungen zur Beilegung des Konflikts blieben erfolglos. In Irland spielte Russlands Außenminister Sergej Lawrow nach einem Treffen mit seiner US-Kollegin Hillary Clinton und dem UN-Sonderbeauftragten für Syrien, Lakhdar Brahimi, die Chance für diplomatische Lösungen herunter: „Russland und die USA sind übereingekommen, dass sich unsere Experten in den kommenden Tagen mit Brahimi und seinen Leuten treffen sollen, um Gedanken für einen Weg hin zum Frieden auszutauschen.“