Landesparteitag

Grüne ziehen mit Özdemir in den Wahlkampf

Die Südwest-Grünen haben einen Eklat vermieden und ziehen geschlossen mit dem Parteivorsitzenden Cem Özdemir als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf.

Vor vier Jahren hatten sie dem Realo einen sicheren Listenplatz verweigert, was bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Auch bei der weiblichen Spitzenposition setzte sich beim Landesparteitag am Sonnabend mit Kerstin Andreae eine Realpolitikerin durch.

Nach der erfolgreichen Landtagswahl 2011 und der Wahl von Fritz Kuhn zum Stuttgarter Oberbürgermeister zeigten sich die Grünen in Böblingen zuversichtlich, Schwarz-Gelb im September 2013 aus dem Sattel zu heben. Bei den Kampfkandidaturen für die ersten beiden Plätze der Landesliste unterlagen die Atomexpertin Sylvia Kotting-Uhl und der Finanzfachmann Gerhard Schick. Sie werden dem linken Lager zugerechnet. Beobachter sprachen im Laufe der Wahlversammlung von einer gut gemischten Liste, in der sich Realos und Linke die Waage hielten. Insgesamt wollten die Delegierten 38 Plätze auf der Landesliste besetzen. Derzeit hat die Landesgruppe der Südwest-Grünen elf Abgeordnete. Nach der Wahl könnten es Schätzungen zufolge mindestens 14 sein.

Beim Parteitag von 2008 endete die Listenaufstellung für Özdemir, der kurz vor seiner Wahl zum Bundesvorsitzenden stand, mit einem Tiefschlag. Erst scheiterte er im Kampf um Platz sechs und dann im Wettstreit um Platz acht. Mit Tränen in den Augen verließ Özdemir den Parteitag. Ähnliche Bilder wollten Spitzenpolitiker im grün-rot regierten Baden-Württemberg diesmal verhindern.