Personalie

Frankreichs Konservative hoffen auf Sarkozys Rückkehr

In den erbittert geführten Streit um die Führung von Frankreichs Konservativen hat sich jetzt Ex-Staats- und Parteichef Nicolas Sarkozy eingeschaltet.

– Sarkozy traf am Montag den bei der Urwahl vor einer Woche unterlegenen Kandidaten François Fillon. Zudem telefonierte Sarkozy mit Wahlsieger Jean-François Copé, wie aus dessen Umfeld verlautete.

Fillon traf Sarkozy in dessen Büro in Paris, die Unterredung dauerte rund eine Stunde. Der 58-Jährige, der unter Sarkozy fünf Jahre lang Regierungschef war, verließ das Büro am frühen Montagnachmittag, ohne dass zunächst Inhalte des Gesprächs bekannt wurden. Copé führte nach Angaben aus seinem Lager vor dem Treffen Fillon-Sarkozy ein „langes und herzliches“ Telefongespräch mit dem Ex-Staatschef.

Der erbitterte Kampf um die Parteiführung der UMP war nach der chaotischen Urwahl vom Sonntag vor einer Woche eskaliert. Die Wahlkommission der Partei erklärte den bisherigen UMP-Generalsekretär Copé mit hauchdünnem Vorsprung zum Sieger. Fillon ficht das Ergebnis an.

Der Streit ist inzwischen so verfahren, dass viele in der UMP eine Intervention Sarkozys als einzige Möglichkeit sehen, eine Spaltung der Partei abzuwenden. Seit seiner Wahlniederlage gegen den Sozialisten François Hollande im Mai hat sich Sarkozy aus der Politik zurückgezogen und sich nur einmal öffentlich zum Syrien-Konflikt geäußert.

Seit Monaten wird in Frankreich darüber gerätselt, ob Sarkozy ein politisches Comeback startet, etwa mit dem Ziel, 2017 bei den Präsidentenwahlen zu kandidieren. In seiner Partei genießt er trotz seiner Wahlniederlage gegen Hollande hohes Ansehen. Mit ihrem erbitterten Streit haben sich Copé und Fillon zudem so geschwächt, dass Sarkozy als lachender Dritter dastehen könnte – auch wenn Beobachter zweifeln, dass der Ex-Staatschef gewillt ist, sich derzeit in die Niederungen des Kleinkriegs seiner Partei zu begeben.

Copé warnte davor, Sarkozy in der Auseinandersetzung zu „instrumentalisieren“. Er habe „sehr regelmäßige Kontakte“ mit dem Ex-Staatschef. Sarkozy habe gesagt, er habe „überhaupt kein Lust“, in den Streit um die Parteiführung hineingezogen zu werden.