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Italien: Neue Flüchtlingstragödie vor Sizilien ++ Schweden: Lebenslange Haft für rassistischen Heckenschützen ++ Spanien: Bischöfe fordern Abschaffung der Homosexuellen-Ehe ++ Tschechien: Streit über Rückgabe von Kircheneigentum ++ Kongo: Hilfsorganisationen warnen vor Eskalation der Krise

Neue Flüchtlingstragödie vor Sizilien

Nach der jüngsten Überfahrt von Bootsflüchtlingen aus dem Maghreb nach Sizilien ist an der sizilianischen Küste bei Agrigent die Leiche eines Mannes an Land gespült worden. Die insgesamt 30 Überlebenden der Überfahrt sprachen nach ihrer Ankunft am Freitag von mehreren Vermissten, wie die römische Tageszeitung „La Repubblica“ berichtete. Schleuser hatten die Männer offenbar in Küstennähe ausgesetzt und waren daraufhin mit ihrem Boot abgedreht.

Lebenslange Haft für rassistischen Heckenschützen

Jahrelang schoss er aus dem Hinterhalt auf dunkelhäutige Menschen – für seine Taten muss der schwedische Rassist Peter Mangs nun lebenslang in Haft. Das Amtsgericht in Malmö verurteilte den 40 Jahre alten Heckenschützen am Freitag wegen zweifachen Mordes, fünf Mordversuchen und drei weiterer Überfälle zur Höchststrafe. Vor Gericht zeigte Mangs wenig Interesse an der Verhandlung. Rechtspsychiater erklärten ihn nach eingehender Untersuchung für zurechnungsfähig.

Bischöfe fordern Abschaffung der Homosexuellen-Ehe

Nach einem spanischen Verfassungsurteil zugunsten der Homosexuellen-Ehe fordert die katholische Kirche eine „dringende Gesetzesreform“. Derzeit finde eine „Zerstörung der Ehe auf gesetzlichem Wege“ statt, erklärte die Spanische Bischofskonferenz. Bischof Juan Antonio Martínez Camino, Sprecher der Bischöfe, rief die Regierung und katholische Politiker aller Parteien zur Abschaffung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare auf. Als eines der ersten Länder weltweit erlaubte Spanien homosexuellen Paaren 2005 Eheschließungen und Adoptionen.

Streit über Rückgabe von Kircheneigentum

Auch nach der Beilegung der politischen Debatte um die Rückgabe von verstaatlichtem Kircheneigentum geht in Tschechien der gesellschaftliche Streit um die Stellung der Kirchen weiter. Eine Mehrheit der Tschechen lehnt die sogenannte Kirchenrestitution vehement ab, bei der die Religionsgemeinschaften den Besitz wieder zurückerhalten sollen, den die kommunistischen Machthaber verstaatlicht haben. Der tschechische Präsident Václav Klaus hatte am Donnerstag dem Gesetz zwar seine Unterschrift verweigert, aber auch kein Veto eingelegt.

Hilfsorganisationen warnen vor Eskalation der Krise

Im Kongo droht eine Verschärfung der Krise: Internationalen Hilfsorganisationen zufolge setzte die Rebellenbewegung M23 ihre Offensive im Osten des Landes weiter fort. Gleichzeitig terrorisierten andere bewaffnete Gruppen in Teilen der Kivu-Provinzen die Bevölkerung. „Es besteht die Gefahr, dass die staatliche Ordnung völlig zusammenbricht“, berichtete die Organisation Oxfam.