Freundschaftsvertrag

Frankreich soll sich bei Elysée-Feier bescheiden zeigen

Wenige Wochen vor den großen Feierlichkeiten zum deutsch-französischen Freundschaftsvertrag in Berlin hat ein Abgeordneter in Paris gefordert, die Delegation aus Frankreich wegen der Sparzwänge deutlich zu verkleinern.

– Der konservative Abgeordnete Yves Nicolin schrieb in einem Brief an den französischen Parlamentspräsidenten, dieser solle auf die vorgesehene Einladung der 577 Abgeordneten der Nationalversammlung nach Berlin verzichten. Stattdessen sollten nur wenige Vertreter aller Fraktionen nach Deutschland entsandt werden.

Im Januar finden in Berlin die Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages statt. Mit dem Freundschaftsvertrag schufen Deutschland und Frankreich die Voraussetzung dafür, dass zwei Länder, die sich jahrhundertelang bekriegt hatten, die wichtigsten Partner in Europa wurden. Der Vertrag war am 22. Januar 1963 im Pariser Elysée-Palast vom damaligen französischen Präsidenten Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer unterzeichnet worden.

Vorgesehen ist, dass zu den Feierlichkeiten in Berlin neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef François Hollande auch alle Regierungsvertreter sowie die Parlamentarier beider Länder zusammenkommen. Nicolin verlangte nun aber in seinem Brief, dass die französische Nationalversammlung angesichts der „finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Krise“ in Frankreich „mehr Bescheidenheit und Strenge“ im Umgang mit öffentlichen Geldern zeigen solle.