Wahlen

Wähler wollen Schwarz-Grün oder Schwarz-Rot

Neue Umfrage. Streit bei den Berliner Grünen

– Die Berliner Grünen-Vorsitzende Bettina Jarasch hat mit ihrem Morgenpost-Interview zu möglichen Koalitionen mit der Union im Bund Kritik in den eigenen Reihen provoziert. Ausgerechnet ihr Kovorsitzender Daniel Wesener widersprach und erklärte: „Wer das grüne Programm kennt, weiß, dass Schwarz-Grün de facto ausgeschlossen ist.“ Energiewende, soziale Gerechtigkeit und eine offene Gesellschaft gingen nicht mit der Union. Deshalb habe der Bundesparteitag einer schwarz-grünen Koalition auch eine Absage erteilt. „Eine solche Debatte torpediert das gemeinsame Ziel einer rot-grünen Regierung mit möglichst starken Grünen“, kritisierte Wesener. Das hätten nicht zuletzt die Berliner Grünen 2011 bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus leidvoll erfahren müssen. Jarasch hatte hingegen davor gewarnt, Bündnisse mit der CDU auszuschließen, nur weil die SPD sich das so wünsche.

Die Grünen-Wähler sehen das ähnlich: Nach einer Forsa-Umfrage für den „Stern“ zeigen sich 50 Prozent von ihnen offen für eine Zusammenarbeit mit der CDU/CSU. Bei den Unionswählern ermittelte Forsa 47 Prozent Zustimmung. In der Bevölkerung insgesamt findet eine Koalition von Union und Grünen Zustimmung bei etwa jedem dritten Bundesbürger (35 Prozent). Rechnerisch hätten laut Forsa derzeit nur eine große Koalition oder eben ein schwarz-grünes Bündnis eine Mehrheit. Im Vergleich zur Vorwoche gibt die Union drei Punkte ab und erreicht 36 Prozent. Die SPD verharrt bei 26, die Linke bei acht Prozent. Die Grünen legen zwei Punkte zu und erreichten mit 16 Prozent ihr Jahreshoch. Die FDP wäre mit vier Prozent nicht mehr im Bundestag.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe will sich dennoch nicht an den schwarz-grünen Gedankenspielen beteiligen. „SPD und Grüne sind in den letzten Jahren immer weiter nach links gedriftet. Beide stehen für ein linkes Steuererhöhungsprogramm, daran ändert auch das bürgerliche Gehabe ihrer Spitzenkandidaten nichts“, sagte er. Auch die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt äußerte sich nun reservierter: „Ich sehe bei dieser Bundestagswahl nicht die Option Schwarz-Grün“, sagte sie.