Ermutigung

Staatspräsidenten beschwören den Geist Europas

Bundespräsident Joachim Gauck und seine Kollegen aus Polen und Italien wenden sich mit einer „Botschaft der Ermutigung“ an ein vielfach verunsichertes und verzagtes Europa.

„Wir werden die ernste wirtschaftliche und finanzielle Krise überwinden“, heißt es in einem „Aufruf von Neapel“, den Gauck sowie Bronislaw Komorowski und Giorgio Napolitano nach einem ersten Treffen in der kampanischen Hauptstadt veröffentlichten. Sie hoffen dabei vor allem auf Ideen und Engagement der jungen Europäer.

„Besinnen wir uns auf unsere Kreativität, auf unsere ökonomischen Fähigkeiten und auf unsere politische Kultur“, fordern die drei Staatspräsidenten. Sie rufen zu solidarischem Handeln sowie dazu auf, „gegenseitigen Ressentiments und nationalistischen und engstirnigen Denkweisen“ entgegenzutreten. Nur wenn Europa zusammenstehe, werde es gelingen, die Herausforderungen der globalisierten Welt zu bestehen. „Wir dürfen nicht nachlassen in unseren Bemühungen, eine echte europäische Öffentlichkeit zu schaffen.“

Zielgerichtete Investitionen, nachhaltiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen seien der beste Weg, „Wohlstand und Stabilität auf unserem Kontinent zu erhalten“. Die Präsidenten verwiesen dabei auf den anstehenden EU-Gipfel, bei dem es um den EU-Finanzrahmen bis 2020 geht. Die Europäer sollten sich von der Kraft derer inspirieren lassen, die nach dem Zweiten Weltkrieg Europa aufgebaut und die 1989/90 Freiheit und Recht erkämpft hätten.

Europa müsse seiner Verantwortung gerecht werden und nach außen gemeinsam handeln, verlangen die drei Staatspräsidenten. Europa sei von der Krise völlig vereinnahmt worden und habe deshalb im Nahen Osten keinen angemessenen Beitrag leisten können, sagte Napolitano mit Blick auf die Konflikte in Syrien und zwischen Palästinensern und Israelis. Wer etwas für den Frieden tun könne, der solle dies tun, rief Gauck zu einem Ende der Gewalt zwischen Israel und Palästinensern auf. Israel habe das Recht, sich zu verteidigen, sagte er. Doch müssten alle verantwortungsvoll handeln.