UMP-Wahlen

Copé wird Parteichef von Frankreichs konservativer UMP

Aus der Urwahl zum neuen Parteichef der oppositionellen französischen Konservativen ist UMP-Generalsekretär Jean-François Copé als Sieger hervorgegangen.

Wie die Partei am späten Montagabend mitteilte, schlug Copé seinen Herausforderer, den früheren Premierminister François Fillon, mit einem hauchdünnen Vorsprung und erreichte 50,03 Prozent der Stimmen. Copé erhielt nach Angaben der parteiinternen Wahlkommission 87.388 Stimmen, Fillon erreichte mit 87.290 Stimmen ein Ergebnis von 49,97 Prozent.

Der Ausgang der Urwahl vom Sonntag war mehr als 24 Stunden lang offen und drohte zum Desaster zu werden. Die Abstimmung über die Nachfolge von Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy als Parteivorsitzender stürzte die UMP damit ins Chaos und bedroht auch die Einheit der Partei. Sowohl Fillon als auch Copé erklärten sich in der Nacht zum Montag gleichermaßen zum Wahlsieger, beide Lager warfen einander außerdem Wahlbetrug vor.

Die Wahlkommission der UMP hatte in der Nacht zu Montag gegen 4 Uhr die Auszählung der Stimmen unterbrochen und setzte diese erst am Montagvormittag um 10 Uhr fort. Parteigrößen wie Ex-Regierungschef Alain Juppé warnten angesichts der erbittert geführten Auseinandersetzung zwischen Copé und Fillon vor einer Spaltung der Partei. Der ehemalige Regierungschef Juppé, der 2002 zum ersten Vorsitzenden der neu gegründeten UMP gewählt worden war, sah „die Existenz der UMP selbst“ in Gefahr. Copé rief Fillon nach der Verkündung des Ergebnisses an und rief ihn zur Zusammenarbeit auf.

Der UMP-Vorsitz gilt als ideales Sprungbrett für die Kandidatur bei der nächsten Wahl zum Staatspräsidenten. Sie ist für 2017 vorgesehen.