CIA-Chef

Petraeus-Affäre: Geliebte war mehrfach im Weißen Haus

Die beiden Frauen im Zentrum der Petraeus-Affäre werfen neue Fragen auf.

Wie US-Medien am Wochenende berichteten, besuchten sowohl die Ex-Geliebte des zurückgetretenen CIA-Chefs David Petraeus, Paula Broadwell, wie auch die ins Zwielicht geratene Freundin der Petraeus-Familie, Jill Kelley, mehrfach Mitarbeiter im Weißen Haus. Keine der beiden habe jedoch Kontakt zu Präsident Barack Obama gehabt. Die Besuche zeigten, dass das Netzwerk der beiden Frauen weit über militärische Kreise hinausreiche, schrieb das „Wall Street Journal“. Broadwell, die Biografin von Petraeus, sei 2009 und 2011 mehrfach im Weißen Haus ein- und ausgegangen, um Fachkräfte der Regierung für die Pakistan- und Afghanistan-Politik zu treffen. Kelley habe dieses Jahr dreimal Angestellte mittelhohen Rangs in Obamas Regierungssitz getroffen. Noch am Wochenende vor der Präsidentschaftswahl am 6. November habe sie dort eine Führung mit ihrer Familie erhalten.

Die Aufenthalte werfen neue Fragen mit Blick darauf auf, inwieweit die beiden Frauen Zugang zu geheimen Informationen hatten und welche Rolle sie beim Rücktritt von Petraeus beziehungsweise der Verwicklung des Generals John Allen spielten. Petraeus war am 9. November wegen einer außerehelichen Beziehung mit Broadwell als CIA-Chef zurückgetreten. Präsident Obama hatte betont, dass es bislang keine Erkenntnisse zu möglichem Geheimnisverrat gebe.