Knapper Sieg

Obama gewinnt die Wahl auch in Florida

Amtsinhaber Barack Obama hat bei der US-Präsidentenwahl auch den stark umkämpften Bundesstaat Florida gewonnen.

Nach tagelanger Auszählung kam Obama nach Angaben der Wahlkommission auf 50 Prozent, auf seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney entfielen 49,1 Prozent. Damit fällt der Gesamtsieg des alten und neuen Präsidenten noch deutlicher aus.

Das Rennen in Florida war äußerst knapp. Letztlich betrug Obamas Vorsprung bei mehr als acht Millionen abgegebenen Stimmen nur 74.000 Stimmen. Trotzdem bekommt der Präsident entsprechend den Regeln als Sieger alle 29 Wahlmänner-Stimmen des „Sonnenschein-Staates“. Sein bereits zuvor feststehender Gesamtsieg bei der Präsidentschaftswahl am vergangenen Dienstag fällt damit noch klarer aus: 332 Wahlmänner für Obama gegenüber 206 für Romney. Nötig sind mindestens 270 Wahlmänner.

Floridas republikanischer Gouverneur Rick Scott sagte, diesmal habe es die höchste Wahlbeteiligung in der Geschichte des Bundesstaats gegeben. Die lange Auszählprozedur solle sich künftig aber nicht wiederholen. Schon vorher hatte die Verantwortliche für die Wahl in Florida, Christine White, die Stimmenauszählung werde nicht wegen „Unregelmäßigkeiten“, sondern wegen der hohen Wahlbeteiligung von 70 Prozent so lange dauern.

Wahlexperten kreideten das Chaos allerdings republikanischen Verantwortlichen an. Diese hätten Wahllokale in demokratischen Hochburgen bewusst ungenügend mit Personal und Material bestückt, Engpässe erzeugt und so Stimmeneinbußen für das Lager der Demokratischen Partei Obamas herbeiführen wollen, sagte Lance deHaven-Smith von der Florida Staatsuniversität. Ähnlich äußerte sich der Historiker und Jurist Charles Zelden von der Nova Southeastern University.