Sicherheit

Innenminister rufen zum Schutz der Wohnungen auf

Angesichts der steigenden Zahl von Wohnungseinbrüchen setzen Innenminister verstärkt auf Prävention.

Zum Start einer bundesweiten Öffentlichkeitskampagne zum Einbruchsschutz rief der stellvertretende Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Uwe Schünemann (CDU) aus Niedersachsen, die Bevölkerung dazu auf, sich über Einbruchsschutz zu informieren und vor allem Fenster und Türen besser zu sichern. Das Bundesinnenministerium kündigte an, erstmals ein bundesweites Lagebild zu erstellen, um genauere Informationen über die Täter zu erhalten.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist zuletzt in die Höhe geschnellt. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik 2011 lag sie bei rund 133.000 Fällen. Das bedeutet ein Plus von 9,3 Prozent. Alle vier Minuten wird damit ein solches Delikt verübt. In Berlin ist die Lage brisant: Die Zahl der Einbrüche stieg 2011 um rund 26 Prozent auf mehr als 11.000 Fälle – so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Taten sind ein schwerer Einbruch in die Privatsphäre. Ole Schröder (CDU), Staatssekretär im Bundesinnenministerium, sagte: „Hinter diesen Zahlen stecken schwere Schicksale.“ Vergleichsweise niedrig ist die bundesweite Aufklärungsquote. Während sie bei der Gesamtkriminalität 54,7 Prozent beträgt, liegt sie beim Wohnungseinbruch lediglich bei 16,2 Prozent.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) übernahm die Schirmherrschaft über der Öffentlichkeitskampagne „K-Einbruch“ (www.k-einbruch.de), an der sich auch Firmen beteiligen. Angeboten werden Informationsveranstaltungen zum Schutz, weil in den dunklen Wintermonaten die Einbruchszahlen zunehmen.

Auch der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), warnte vor den Folgen von Wohnungseinbrüchen. Die Schäden seien hoch und viele Opfer würden auch psychisch noch lange unter den Folgen der Tat leiden, sagte Bosbach der Berliner Morgenpost.